Hohe Auszeichnung für Merchweiler Bürger
Im Auftrag des Bundespräsidenten überreichte Kultusminister Jürgen Schreier am Feitag (24.9.04) dem Merchweiler Bürger Hugo Gerber die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Der Minister würdigte Hugo Gerber als eine Persönlichkeit, die sich im Bereich der Heimat- und Familienforschung bleibende Verdienste erworben hat.
25.09.2004 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur SaarlandHugo Gerber, 1926 geboren, erlernte zunächst den Beruf des Schornsteinfegers. Krankheitsbedingt musste er den Beruf wechseln und arbeitete zunächst - zwischen 1946 und 1948 - als Verwaltungsangestellter im Meldeamt der Gemeinde Illingen. Ab 1948 bis zu seiner Ruhestandsversetzung 1980 war er bei der Gemeinde Merchweiler tätig, anfänglich ebenfalls im Einwohnermeldeamt, später als Sachbearbeiter des Bauamtes.
Mit großem Engagement widmete sich Hugo Gerber der Heimat- und Familienforschung. Schon nach wenigen Berufsjahren im Meldeamt Merchweiler hatte er sich das Ansehen einer "lebenden Einwohnerkartei" erworben. Aus dieser beruflichen Aufgabe wuchs das Interesse an der Genealogie, der er sich seit seinem Ruhestand mit großem zeitlichem Engagement widmet. Herausragende Erfolge nicht nur für seinen Heimatort sind das Ergebnis. Sein außerordentlicher Einsatz auf diesem Gebiet schlägt sich heute in einer Vielzahl von wissenschaftlichen anerkannten Schriften und Beiträgen nieder.
Nachdem er die Herkunft der eigenen Familie über mehrere Jahrhunderte zurückverfolgt hatte, war er auch seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern bei der Suche nach ihren Vorfahren behilflich. Eine wichtige Quelle hierbei waren die historischen Kirchenbücher der Katholischen Pfarrgemeinde Illingen, zu welcher der Ort Merchweiler bis zum Jahr 1900 gehörte. Außerdem recherchierte er auch in weiter entfernten Archiven, z. B. in Trier, um das Quellenmaterial durch Transkription in eine systematische Ordnung zu bringen. So konnte er im Jahre 1987 das 1248 Seiten starke, in zwei Bände gegliederte "Familienbuch der Katholischen Pfarrei Illingen 1689- 1880" im Selbstverlag veröffentlichen.
Darüber hinaus ergänzte er dieses Werk durch die Einarbeitung der Standesamtsakten. Im Jahre 1998 veröffentlichte er in vier Bänden auf insgesamt 2668 Seiten das "Familienbuch der Pfarrei und Bürgermeisterei Illingen von 1689 bis 1904", worin insbesondere die von der industriellen Entwicklung ausgelöste Zuwanderung auf die Einwohnervermehrung der ursprünglich kleinen Bauerndörfer des mittleren Illtales deutlich wird. Um dieses umfangreiche Material, das traditionell alphabetisch und nach Generationen geordnet und gedruckt wurde, auch mit anderen Suchwortzugriffen, z. B. Namen des Herkunfts-, Wohn- oder Sterbeortes nutzen zu können, bietet Hugo Gerber seit dem Jahre 2001 das vierbändige Familienbuch auch auf Datenträgern (CD-Rom) an.
Hugo Gerber hat mit diesen drei Publikationen ein familienkundliches Standardwerk nicht nur für Illingen, sondern für die Umgebung im Umkreis von ca. 25 km geschaffen. Er erfasst darin die Familienentwicklung aus der früheren Sonderstellung der Reichsherrschaft von Kerpen zu Illingen und die einsetzenden Wechselbeziehungen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wie z. B. Geburtenüberschuss, Wegzug, Einheirat von außerhalb oder den Zuzug von Industriebeschäftigten.
Die Familienforscher des Saarlandes schätzen an Hugo Gerber nicht nur die Zuverlässigkeit der von ihm besorgten Transkription der alten Kirchen- und Zivilstandsregistern, sondern ebenso seine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft gegenüber anderen Forschungspartnern.
Darüber hinaus engagiert sich Hugo Gerber seit Jahrzehnten im Arbeitskreis "Merchweiler Heimatblätter", für die er ebenfalls zahlreiche Abhandlungen verfasst hat.
"Durch sein ehrenamtliches Engagement und seinen vorbildlichen Einsatz im Bereich der Heimat- und Familienforschung hat sich Hugo Gerber besondere Verdienste erworben. Dafür gebührt ihm unser Dank und unsere Anerkennung", erklärte der Kultusminister bei der Übergabe der Urkunde.
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