"In die Hauptschüler zu investieren, heißt in unsere Zukunft investieren"

Heute eröffnete Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider den Hauptschulkongress. Er machte deutlich: "In dem wir in die Hauptschüler investieren, investieren wir in unsere Zukunft". Und dazu ist der Freistaat nachdrücklich bereit, erinnerte Minister Schneider an die jüngsten Beschlüsse des Kabinetts zum flächendeckenden und bedarfsgerechten Ausbau der Ganztagsangebote an Hauptschulen. Zum Ausbau werden bis zu 1300 Planstellen für Lehrkräfte sowie Finanzmittel nötig sein.

04.05.2007 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Bis morgen werden unter dem Motto "Die bayerische Hauptschule - stark machen für die Zukunft, alle Talente fördern" 400 Schulleiter, Lehrkräfte und Mitarbeiter der Schulaufsicht, aber auch Vertreter von Eltern, Schülern und der Wirtschaft die Grundsätze der Weiterentwicklung der Hauptschule diskutieren, die Minister Schneider im Dialog mit Lehrkräften, Eltern, Schülern und Vertretern der Wirtschaft erarbeitet hat. Ziel des Ministers ist es, dass alle Hauptschüler die Hauptschule mit der Ausbildungsreife verlassen. Mit den Vertretern von Unternehmern und Kammern habe er sich auf Grundkriterien für die Ausbildungsreife verständigt. Binnen 5 Jahren will der Minister die Quote der Schüler, die die Hauptschule ohne Abschluss verlassen, halbieren.

Die Tagung in Ingolstadt wertete der Kultusminister als Startschuss für seine Hauptschulinitiative. Er kündigte an, dass er sich für ein Beförderungsamt für Lehrkräfte an Hauptschulen stark machen wird. "Loslassen und zulassen" sind für den Kultusminister bei der Weiterentwicklung der Hauptschule zwei zentrale Begriffe mit Blick auf mehr Eigenständigkeit und Verantwortung der Schule vor Ort.

"Es blüht an bayerischen Hauptschulen", verwies Minister Schneider auf die vielen innovativen Ansätze zur Berufsvorbereitung an den Schulen vor Ort. Damit steigen die Einstellungschancen für Schüler in Ausbildungsberufe. Diese Ansätze gelte es auszuweiten. Minister Schneider: "Wir brauchen zur Umsetzung auch das partnerschaftliche Gespräch mit den Kommunen."

Für den Bayerischen Gemeindetag begrüßte Präsident Dr. Uwe Brandl diese Ankündigung wie auch die Hauptschulinitiative des Ministers insgesamt. "Wir brechen zu neuen Horizonten auf, und es ist dazu Zeit geworden." Brandl machte klar: "Die Qualität der Hauptschule muss auch der kommunalen Ebene etwas wert sein."

Bei den Vertretern der Wirtschaft stieß Kultusminister Schneider auf eine rundherum positive Resonanz. Prof. Dr. mult. Erich Greipl, der Präsident der IHK für München und Oberbayern, würdigte den Schritt als richtig und sagte: "Die bayerische Wirtschaft braucht die bayerische Hauptschule". An Minister Schneider gerichtet sagte Greipl: "Ich denke, dass es gut ist, dass Sie die Hauptschule zur Chefsache gemacht haben." Greipl warnte davor, das Image der Hauptschule schlecht zu reden. Dr. Werner Widuckel, Personalvorstand der AUDI AG, hob hervor, dass das Unternehmen 58 Prozent alle gewerblich-technischen Auszubildenden von der Hauptschule gewinne. "Hauptschüler werden eingestellt, weil es mit ihnen klappt", so der Vorstand.

Der Vizepräsident des Bayerischen Handwerkstags, Rupert Hutterer, unterstrich in diesem Zusammenhang, dass das Handwerk für die Hauptschüler auch künftig vieles biete und für die Mitarbeit der Hauptschüler dankbar sei.

Im Anschluss an den Kongress, an dem morgen auch Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber teilnehmen wird, werden in allen Regierungsbezirken Regionalkonferenzen zum Thema durchgeführt. Im Rahmen dieser Veranstaltungen haben alle an der Hauptschule Beteiligten - also Lehrkräfte, Eltern und Ausbilder - die Möglichkeit, sich im Detail über die Hauptschulinitiative zu informieren.

Bereits im kommenden Schuljahr wird die Konzeption von Kultusminister Schneider von einem guten Dutzend Pilotschulen umgesetzt. In Bayern besuchen derzeit rund 35 Prozent eines Geburtsjahrgangs die Hauptschule.


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