Jürgen Schreier: Kein Verständnis für Rückzug des Bistums bei Kindergärten und Hochschule

Mit Bedauern hat Kultusminister Jürgen Schreier auf den Beschluss des Bistums Trier reagiert, sich aus Aufgabenfeldern zurück zu ziehen, in denen die Kirche als Träger hoch geschätzt ist. Die vom Bistum jetzt verkündeten Sparbeschlüsse seien, so der Kultusminister, Ergebnis eines autonomen Entscheidungsprozesses und damit alleine Sache des Bistums. Für diese Entscheidung habe er kein Verständnis, sagte der Minister, da die finanziellen Vorleistungen des Landes trotz seiner eigenen enormen Sparzwänge außerordentlich hoch seien. So erhalte das Bistum vom Land Jahr für Jahr mehr als 25 Mio. Euro.

28.07.2004 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Schreier begrüßte es jedoch, dass das Bistum im Laufe der Anhörung wichtige Modifikationen vorgenommen habe, auch nach Gesprächen mit der Landesregierung. So sei erreicht worden, dass das Bistum jetzt eine viel flexiblere Regelung für die Kindergärten gefunden habe, in dem es die Entscheidung nachvollziehbar an die demographische Entwicklung vor Ort binde und den Zeitraum für eventuelle Umsetzungsschritte strecke. Durch den Verzicht auf Ad-hoc-Maßnahmen würde mehr Transparenz und eine größere Planungssicherheit für die betroffenen Beschäftigten und Eltern geschaffen, sagte Schreier.

Enttäuscht zeigte sich der Minister darüber, dass das Bistum nun definitiv die Katholische Fachhochschule für Soziale Arbeit im Saarland schließe und die Ausbildung in Mainz konzentriere. Dies sei umso bedauerlicher, als das Land sich auch hier mit 332 000 Euro jährlich weit über seine gesetzlichen Verpflichtungen hinaus und bis an die Grenzen seiner finanziellen Möglichkeiten engagiert habe.

Wenn jetzt klar sei, dass die einzige Hochschule des Saarlandes in freier Trägerschaft zum letzten Mal Studierende aufgenommen habe, sei das ein herber Verlust für die Breite des Bildungsangebotes im Hochschulbereich. Das Land prüfe derzeit Möglichkeiten, Alternativangebote aufzubauen, so der Minister.


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