Land fördert Sanierung der Wasserburg Bad Vilbel

Für die Sanierung der Wasserburg von Bad Vilbel (Wetteraukreis) hat der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, 50.000 Euro bewilligt. Gemeinsam mikt dem Präsidenten des Landesamts für Denkmalpflege, Prof. Dr. Gerd Weiß, übergab er den Bescheid heute an den Bad Vilbeler Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr.

14.05.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Die von den 1128 erstmals genannten Herren von Vilbel errichtete Burg war 1399 zum ersten Mal zerstört worden. 1409 bis 1414 wurde sie unter Werner von Falkenstein, Erzbischof von Trier, wiederaufgebaut. Die Anlage ist von einem Wassergraben und einer Ringmauer aus großen Sandsteinquadern umgeben. Das Tor an der Nordseite trägt das Wappen des Werner von Falkenstein; der Turm daneben ist im Kern älter. Der rechteckige Palas auf der Südseite mit seinem Gewölbekeller stammt von 1414. Seit der Zerstörung in den Koalitionskriegen 1796 ist die Burg Ruine. Vom Palas sind Mauerreste bis zum Obergeschoss und Reste eines runden Treppenturms in der Mitte der Hoffront erhalten. Die Burgruine wird als Freilichtbühne genutzt.

Zur nachhaltigen Sicherung der Substanz muss die im Besitz der Stadt Bad Vilbel befindliche Wasserburg grundlegend renoviert werden. Im Wesentlichen ist geplant, die Burgmauern zu sanieren und die Schäden am Palas zu beseitigen, die unter anderem ursächlich mit der Zerstörung im 18. Jahrhundert zusammenhängen. Außerdem sind Schäden aus den Sanierungsphasen der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts zu beseitigen. Die Sanierung wird nach der ersten Kostenschätzung in den nächsten Jahren rund drei Millionen Euro kosten. Da die Burgbrücke teilweise einsturzgefährdet war, wurde im ersten Schritt seit 2006 deren Instandsetzung in Angriff genommen. Außerdem wurden dringend notwendige Sicherungsarbeiten am Palas, am Palaseckturm und am Turm vorgenommen. In der nächsten Stufe muss nun der Turm saniert werden, für den bereits ein Bestandsgutachten vorliegt. Hier ist vor allem die Sanierung der Außenwände und des Fachwerkaufbaus mit dem Dachstuhl vorgesehen. Sämtliche Bauaufgaben können jeweils nur in der spielfreien Zeit ausgeführt werden.

Bei seinem Besuch brachte Minister Corts an der Wasserburg auch das Emblem der Haager Konvention zur Kennzeichnung von geschütztem Kulturgut vom 14. Mai 1954 an. Er gab damit das Startsignal dafür, das internationale Schutzzeichen mit den blau-weißen Rauten an rund 1300 Baudenkmälern in ganz Hessen zu montieren. Die jeweils zuständigen Unteren Denkmalbehörden werden die Schilder nun anbringen.


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