Merian-Preisverleihung an Nathalie Grenzhaeuser und Silke Wagner durch Staatssekretär Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz

Noch immer lasse sich eine Benachteiligung von Künstlerinnen nachweisen, und schon deshalb habe der Sibylla Merian-Preis seine Berechtigung. Das sagte Staatssekretär Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz, der heute in der Städelschule den mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Preis in Vertretung des kurzfristig terminlich verhinderten Ministers Udo Corts an die beiden Frankfurter Künstlerinnen Nathalie Grenzhaeuser und Silke Wagner übergab. Beide Preisträgerinnen sind Absolventinnen der Städelschule. Nathalie Grenzhaeuser arbeitet vorwiegend fotografisch; Silke Wagner hat sich mit Installationen einen Namen gemacht.

27.11.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

"Künstlerinnen haben es noch immer schwerer, auf ihr Werk aufmerksam zu machen," sagte Staatssekretär Prof. Lorz und schlug einen Bogen zur Namensgeberin des Preises, der Grafikerin und Malerin Maria Sibylla Merian, die sich in einer Zeit künstlerisch durchgesetzt habe, als dies noch weniger selbstverständlich als heute gewesen sei: "Frauen müssen sich in der Kunst stärker selbst behaupten. Das war früher so und ist auch heute noch so. Daher ist es richtig, dass das Land Hessen mit der Verleihung dieses Preises – eines der höchstdotierten Preise in Deutschland für Künstlerinnen – nachdrücklich auf die Potenziale seiner Künstlerinnen aufmerksam macht."

Die Laudatio auf die beiden Preisträgerinnen hielt der Rektor der Städelschule, Prof. Dr. Daniel Birnbaum. Er zeigte sich erfreut darüber, dass zwei Absolventinnen der Städelschule ausgezeichnet worden seien, und wertete die Entscheidung der Jury, den Preis an zwei so unterschiedliche Künstlerinnen zu vergeben, als ermutigendes Zeichen, künstlerische Vielfalt und Ausdrucksformen zu würdigen.

Die Jury hatte ihre Entscheidung für die diesjährigen Preisträgerinnen unter anderem damit begründet, das Aspekte der Reisens und der Forschung im Werk beider Künstlerinnen eine wichtige Rolle spielten und somit in unmittelbarer Tradition des Werks von Maria Sibylla Merian stünden. Nathalie Grenzhaeuser lote mit ihren Arbeiten naturwissenschaftlich, urban, sozial oder historisch geprägte "Landschaftsräume" in unterschiedlichen Weltgegenden mit höchster ästhetischer Sensibilität aus und stoße dabei in die Grenzbereiche von Kunst, Fotografie und Dokumentation vor. Silke Wagner vermittele mit ihren Installationen dem Betrachter zum einen ein kritisches Bewusstsein der Rolle, die Bilder in unserem alltäglichen Leben spielten, zeige auf der anderen Seite aber auch, wie eine neue Beziehung zwischen Bild und Text hergestellt werden könne. Ihr Werk lade den Betrachter ein, vom Sehen zum Nachdenken über unsere Lebenswelt zu gelangen.

Mit dem 1993 gestifteten Maria Sibylla Merian-Preis werden ausschließlich Künstlerinnen ausgezeichnet, die nach Ansicht der Jury durch die Qualität ihres Werks einen besonderen Beitrag zur Förderung und Entwicklung von Kunst und Kultur in Hessen geleistet haben. In diesem Jahr waren 64 Arbeiten eingereicht worden; die Jury bestand aus Markus Lepper (Kunstverein Giessen), Chus Martinez (Kunstverein Frankfurt), Dr. Renate Petzinger (Museum Wiesbaden) und Dr. Klaus Pohl (Landesmuseum Darmstadt).


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