Ortsbildprägende Hofanlage mustergültig saniert

Der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, hat heute in Rüdesheim gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen, Dr. Heinz-Georg Sundermann, die Gewinner des Hessischen Denkmalschutzpreises 2007 ausgezeichnet. Die Jury wählte in diesem Jahr zehn Preisträger aus: Privatpersonen, bürgerschaftliche Initiativen und Gruppen sowie die Städte Bad Arolsen, Bad Karlshafen und Großalmerode sowie den Landeswohlfahrtsverband.

06.07.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Der von der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen gestiftete und mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Preis würdigt denkmalpflegerische Leistungen, die über das denkmalschutzrechtlich Gebotene hinausgehen und überregionale Bedeutung beanspruchen können. Durch die Auszeichnung, die in diesem Jahr zum 22. Mal vergeben wird, sollen Vorbilder für denkmalpflegerische Methodik und Freiwilligkeit einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Zu den Hauptpreisträgern 2007 gehört die Familie Bratek, die für die vorbildliche Sanierung der Fachwerk-Hofanlage Gladenbach-Frohnhausen (Landkreis Marburg-Biedenkopf) einen mit 4.000 Euro dotierten ersten Preis erhält.

Tanja und Sven Bratek hatten 2001 eine dreiseitig umbaute Fachwerkhofanlage mit Tordurchfahrt in exponierter Lage am südwestlichen Ortseingang von Frohnhausen erworben, die lange Zeit leer gestanden hatte. Die beiden Scheunengebäude stammen vermutlich aus dem 18. und 19. Jahrhundert und das Wohnhaus aus der Zeit um 1700. Die Sanierung wurde in traditioneller Fachwerkbauweise mit historischen Materialien und Handwerkstechniken ausgeführt. In einem ersten Schritt stellte man die Standsicherheit der Objekte wieder her. Hölzer, die noch verwendbar waren, wurden verstärkt, einige mussten ersetzt werden. Die Holzverbindungen stelle man entweder durch Verzapfungen oder mit Holznägeln her und wo es möglich war, wurden die Lehmgefache gesichert und wieder eingebaut. Fenster wurden zurückgebaut, die Außentreppe behutsam restauriert und mit Sandstein ergänzt. Dieses konzeptionell und in seiner Ausführung mustergültige Vorhaben ist vor dem Hintergrund besonders bedeutsam, dass in der Region zunehmend mit Leerstand im ländlichen Raum zu kämpfen ist.

Aufgrund des außergewöhnlichen denkmalpflegerischen Engagements der jeweiligen Privateigentümer um den Erhalt und die Sanierung ihrer Fachwerkhäuser erhalten in diesem Jahr drei Eigentümer gemeinsam den ersten Preis und werden jeweils mit 4.000 Euro ausgezeichnet: Neben der Familie Bratek sind das Robert Armborst und Stephan Michaud (Fachwerkhaus in Frankfurt-Höchst) und Joachim Ruhl (Hofreite in Birstein-Lichenroth im Main-Kinzig-Kreis). Der mit 2.000 Euro dotierte zweite Preis geht an die Brüder Jürgen, Rainer und Thomas Heil für die vorbildliche Sanierung des Bahnhofs in Rüdesheim am Rhein (Rheingau-Taunus-Kreis), der jetzt wieder das repräsentative Empfangsgebäude der Stadt ist. Der Heimat- und Geschichtsverein Schaafheim e. V. erhält für sein Engagement für die Sanierung der gotischen Gottesackerkapelle in Schaafheim (Kreis Darmstadt-Dieburg) den dritten Preis mit 1.000 Euro. Die übrigen fünf Preisträger werden für ihre außerordentlichen Verdienste mit Urkunden geehrt (s. Übersicht der Preisträger).

Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst finanziert den staatlichen Denkmalschutz in diesem Jahr mit rund 7,3 Millionen Euro, die im Etat des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen veranschlagt sind. Für die Sanierung bedeutender Kunst- und Kulturdenkmäler stellt die Landesregierung im mittelfristigen Kulturinvestitionsprogramm bis zum Jahr 2008 rund 265 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises 2007:

Robert Armborst, Stephan Michaud
für die vorbildliche Sanierung des Fachwerkhauses in Frankfurt-Höchst
Urkunde und Geldpreis 4.000 Euro

Joachim Ruhl
für die vorbildliche Sanierung der Hofreite in Birstein-Lichenroth (Main-Kinzig-Kreis)
Urkunde und Geldpreis 4.000 Euro

Familie Bratek
für die vorbildliche Sanierung der Hofreite in Gladenbach-Frohnhausen (Landkreis Marburg-Biedenkopf)
Urkunde und Geldpreis 4.000 Euro

Jürgen, Rainer und Thomas Heil
für die vorbildliche Sanierung des Bahnhofs in Rüdesheim am Rhein (Rheingau-Taunus-Kreis)
Urkunde und Geldpreis 2.000 Euro

Heimat- und Geschichtsverein Schaafheim e. V.
für die vorbildliche Sanierung der gotischen Gottesackerkapelle in Schaafheim (Kreis Darmstadt-Dieburg)
Urkunde und Geldpreis 1.000 Euro

Stadt Bad Karlshafen
für die Sichtbarmachung des Grundrisses der ehemaligen Klosterkirche Helmarshausen (Landkreis Kassel)
Anerkennung und Urkunde

Magistrat der Stadt Bad Arolsen und Ortsvorsteher Friedhelm Rudolph
für die vorbildliche Sanierung des Hofs Meier in Bad Arolsen-Massenhausen (Kreis Waldeck-Frankenberg)
Anerkennung und Urkunde

Förderverein der Landsynagoge Heubach e. V.
für die vorbildliche Sanierung und Restaurierung der ehemaligen Synagoge in Heubach (Landkreis Fulda)
Anerkennung und Urkunde

Magistrat der Stadt Großalmerorde
für die vorbildliche Sanierung der Eichenwaldsiedlung in Großalmerode-Rommerode (Werra-Meißner-Kreis)
Anerkennung und Urkunde

Landeswohlfahrtsverband Hessen, Hauptverwaltung Kassel
für die vorbildliche Sanierung der Alten Schule in Bad Emstal-Merxhausen (Landkreis Kassel)
Anerkennung und Urkunde

Fotos und nähere Informationen zu den einzelnen Preisträgern finden Sie auf unserer Homepage unter www.hmwk.hessen.de.


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