Plädoyer für den Leistungsgedanken: Kultusminister ehrt die besten Abiturienten

Als besondere Auszeichnung und als Anerkennung ihrer herausragenden Leistungen hat Kultusminister Jürgen Schreier heute (30.6.04) die besten Abiturienten des Saarlandes in der Modernen Galerie in Saarbrücken geehrt. Vor mehr als 100 Schulabgängern, darunter etlichen mit der Traumnote 1,0, stellte der Minister die Förderung des Leistungsgedankens in den Mittelpunkt seiner Rede. Jürgen Schreier: "Schulzeit heißt nicht nur Spaß. Sie ist nicht der Vorlauf zum richtigen Leben, sie ist richtiges Leben und daher vom notwendigen Ernst und von Leistung begleitet. Auf Leistung kann und darf man stolz sein, nur mit Leistung, mit mehr Leistung kommt Deutschland wieder nach vorne."

30.06.2004 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Bestandteil der Feierstunde war auch die vor fünf Jahren wieder eingeführte Abiturrede durch einen bedeutenden Schriftsteller. Viele bekannte Autoren des 18. Jahrhunderts wie Jean Paul, Johann Gottfried Herder oder Friedrich Schiller haben bereits solche Schulreden gehalten.

In diesem Jahr las der mit etlichen Literaturpreisen ausgezeichnete österreichische Autor Raoul Schrott aus seinem Band "Der wölfische Hunger". Dabei hielt Schrott der Jugend einen kritischen Spiegel vor. Ausgehend von der Provokation "Ich halte nicht viel von euch" monierte der Schriftsteller zu viel Anpassung an Vorgefertigtes bei der jungen Generation. Keine Kritikfähigkeit, Unmündigkeit, fehlender Anarchismus waren Stichwörter in Schrotts Negativbilanz. Gleichzeitig machte der Autor den Abiturienten Mut: "Man verliert nur, was man unversucht lässt" forderte er zu Kreativität und Tatendrang auf. "Alt werden, ohne dabei erwachsen zu werden", wünschte Schrott seinen Zuhörern. Und sich selbst:" Ich hoffe, ich habe mit jedem Satz Unrecht."

Die Reihe "Abiturreden" wird vom Kultusministerium, dem Saarländischen Rundfunk und der Union Stiftung gemeinsam durchgeführt.


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