Renovierung des Gesamtkunstwerks Wilhelmsbad geht voran

Im Rahmen der Sanierung des Arkadenbaus im Staatspark Wilhelmsbad wird das Land Hessen im nächsten Jahr auch die Räume des Hessischen Puppenmuseums im 1. Obergeschoss des Gebäudes instand setzen. Das haben der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, und der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky heute in Wilhelmsbad bekanntgegeben. "Für die 2005 begonnene statische Sicherung des Bauwerks und die Herrichtung der Säle wendet das Land allein schon fast 8,9 Millionen Euro auf", sagte der Minister. Hinzu kämen nun die mit knapp 1,1 Millionen Euro veranschlagten Kosten für die Arbeiten im 1. Obergeschoss. Die Stadt Hanau wird sich daran mit 100.000 Euro beteiligen.

09.11.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Dem 1983 gegründeten Hessischen Puppenmuseum hat das Land seither die Räume im Obergeschoss des Arkadenbaus unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Sie haben nun durch die Arbeiten am Tragwerk des Arkadenbaus gelitten und müssen dringend wieder hergerichtet werden. Das Puppenmuseum gehört nach den Worten von Staatsminister Corts zu den besonderen Attraktionen im Staatspark Wilhelmsbad. "Unser ehrgeiziges Ziel ist es, die Räume noch vor dem Ende des Jahres 2008, zum 25-jährigen Jubiläum des Museums, in renoviertem Zustand dem Puppenmuseum wieder zur Verfügung zu stellen. Auch künftig werde dies für das Museum kostenlos sein."

Für den Oberbürgermeister der Brüder-Grimm-Stadt ist der Arkadenbau "das Herz der historischen Anlage". Dieses Herz beginne nach der Sanierung wieder zu schlagen, sagte Kaminsky. Die Zukunft des Hessischen Puppenmuseums mit seiner weltweit beachteten Sammlung ist für ihn von besonderer Bedeutung. Er setzt darauf, dass wie in der Vergangenheit wieder mehr als 30.000 Gäste im Jahr das Museum besuchen und sieht in der bevorstehenden Sanierung der Räume auch ein wichtiges Signal für die vielen ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfer des Museums: "Sie sehen nun, dass auch die politisch Verantwortlichen ihr bürgerschaftliches Engagement würdigen."

Das Land setzt sich seit Jahren für die Restaurierung des zwischen 1777 und 1785 entstandenen Gesamtkunstwerks Wilhelmsbad ein. So wurde die Burg, der private Rückzugsort des Erbprinzen Wilhelm, der später auf der Wilhelmshöhe in Kassel die Löwenburg und die romantischen Wasserspiele bauen ließ, bereits in den neunziger Jahren renoviert. Es folgten die Restaurierung des Erdgeschosses des Fürstenbaus, die Restaurierung des Brunnentempels und des Musikpavillons sowie die Instandsetzung der Dächer aller Pavillons. Für die Landesgartenschau, die 2002 in Hanau stattfand, wurden die Wege und die Bepflanzung des Parks instand gesetzt; darüber hinaus wird der Park kontinuierlich das ganze Jahr über von fünf Gärtnern des Landes Hessen gepflegt.

Die Sanierung des Arkadenbaus begann 2005. Hier sollen die Säle im Erdgeschoss wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Diese Räume mussten vor einigen Jahren geschlossen werden, weil man festgestellt hatte, dass die Decke im Großen Saal in ihrer Mitte fast 20 Zentimeter durchhing und der Fußboden im Mittelflur des darüberliegenden Puppenmuseums unter den Schritten der Besucher anfing, leicht zu schwingen. Der einst über einem aufgeschütteten Steinbruch errichtete Arkadenbau sank außerdem immer noch in die Aufschüttung ein. Daher musste im Inneren des Bauwerks eine umfangreiche Stahlkonstruktion eingezogen werden, um Decken und Fußböden zu stabilisieren, und die Fundamente mussten bis auf den gewachsenen Fels neu gegründet werden.

Diese aufwändigen Tragwerksmaßnahmen zur Stabilisierung des Bauwerks sind inzwischen bis auf wenige Restarbeiten abgeschlossen. Das Architekturbüro Scheffler und Partner (Frankfurt am Main) plant zurzeit gemeinsam mit dem Hessischen Baumanagement und der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten die Herrichtung der Säle mit Rekonstruktion der ursprünglichen Bemalung der Erbauungszeit.

Die Säle sollen künftig das ganze Jahr über nutzbar sein und nicht nur in den Sommermonaten, wie es zu Zeiten des Erbprinzen Wilhelm der Fall war. Deswegen musste das Bauwerk auch zum Teil unterkellert werden, um etwa Heizung und Lüftung, einen Vorbereitungsraum für einen Caterer und Toiletten unterzubringen. Die Wiedereröffnung der Säle ist für Herbst 2009 geplant.

Mit der Sanierung des Karussells wurde in diesem Jahr begonnen. Diese Renovierung finanziert das Land Hessen gemeinsam mit dem Förderverein für die Rettung des Karussells, der bisher bereits mehr als 250.000 Euro an Spenden gesammelt hat, die wiederum von der Stadt Hanau verdoppelt werden. Der Main-Kinzig-Kreis hat 10.000 Euro zugesagt. Das Projekt wird darüber hinaus voraussichtlich auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützt. Staatsminister Corts dankte dem Förderverein für das Engagement und der Stadt Hanau für das Angebot der Verdoppelung der Spenden und ihren Einsatz für das Puppenmuseum sowie dem Main-Kinzig-Kreis.


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