Schlosskirche Saarbrücken: Kunsthistorisch hochrangiges Denkmal wird aufgewertet

"Ich freue mich, dass die Saarbrücker Schlosskirche als hochrangiges kunsthistorisches Denkmal an zentraler Stelle der Stadt jetzt wieder uneingeschränkt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnte", so Kultusminister Jürgen Schreier bei der Pressekonferenz anlässlich der Eröffnung des Museums in der Schlosskirche. "Vor wenigen Wochen haben wir in Wadgassen das Deutsche Zeitungsmuseum neu eröffnet. Während andere Länder über die Schließung von Museen nachdenken, fügen wir mit der Schlosskirche in der saarländischen Museumslandschaft einen wichtigen Baustein hinzu und bereichern sie damit." Künftig werden die Hochschule für Musik (HfM) des Saarlandes und die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz die Schlosskirche gemeinsam als Ort für kulturelle Veranstaltungen nutzen.

14.07.2004 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Innerhalb des saarländischen Museumskonzeptes bilde die Schlosskirche derzeit die Brücke zwischen dem Historischen Museum einerseits und der Modernen Galerie andererseits, führte der Minister aus. Die Kirche biete mit ihrer im Mittelalter begründeten Architektur, den barocken Grabmälern und dem modernen Glasfensterzyklus von Georg Meistermann von nun an einen eindrucksvollen Rahmen für die Präsentation der sakralen Kunst- und Kulturdenkmäler aus dem Besitz der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz und weiterer Leihgeber. Darüber hinaus sei das Gebäude aber auch ein besonderes Raumerlebnis innerhalb des vielteiligen Bauensembles am Schlossplatz.

Mit sakraler Kunst und Kultur, wie sie nun in der Schlosskirche präsentiert würden, spreche man breite Besucherschichten an, so Schreier. Die Präsentation der Museumsinhalte durch eine bislang im Saarland einmalige moderne digitale Präsentation vermittle den Besuchern auf spannende und kommunikative Weise die wechselvolle Geschichte der Schlosskirche, die Bedeutung von Liturgie und Frömmigkeit im Alltag des 13.-19. Jahrhunderts sowie die Entwicklung und Funktion der sakralen Kunst, insbesondere des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Dabei würden die Informationen über die miteinander verwobenen Themen auf interaktivem Wege vermittelt. Neben erläuternden Texten gehörten dazu auch Schautafeln, Bilddokumente, Photographien, Urkunden und Pläne, die in digitalen Informationseinheiten abrufbar seien.

"Mit dem Umbau der Schlosskirche in ein Museum ist es gelungen, ein kulturhistorisches Denkmal der Stadt wieder zu beleben", erklärte der Minister. " Wir haben mit dem Umbau nicht nur den alten Kirchenraum sinnvoll umgewidmet, sondern mit dem neu erbauten, gläsernen Erschließungstrakt an der Südseite des Chores und mit der Empore der Kirche eine weitere prominente Ausstellungsebene eröffnet".

Die Kirche werde aber nicht ausschließlich der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz zur Verfügung stehen. Die Hauptnutzung durch die Hochschule für Musik werde selbstverständlich fortgesetzt, betonte der Minister, und verwies auf die jetzt neu geordnete Nutzung mit der HfM.

Prof. Thomas Duis, Rektor der Hochschule für Musik, erinnerte an die seit 1985 bestehende Nutzung durch die HfM: "Vielfältige Veranstaltungen finden seit dieser Zeit in dieser, auch bei Dritten sehr begehrten Spielstätte statt - insbesondere im Bereich des Musiktheaters, der Alten Musik und der Kammermusik. Die kircheneigene Orgel dient nicht nur als Instrument für Konzertabende, sondern bietet den Studierenden der Hochschule auch ausgezeichnete Übungs-Möglichkeiten. Nach der Restaurierung der Schlosskirche ist die Musiktheater-Abteilung in das neu geschaffene 'Mauritius-Studio' umgezogen; alle anderen hier genannten musikalischen Aktivitäten der Hochschule für Musik Saar werden weiterhin in der Schlosskirche ihre Heimstatt haben."

Der Umbau der Schlosskirche erfolgte in nur sechs Monaten. Der Minister dankte den Architekten für die konsequente und zügige Umsetzung und Durchführung des Bauvorhabens.

Öffnungszeiten des Museums in der Schlosskirche:

Di, Do-So: 10 - 18.00 Uhr
Mi: 10 - 22.00 Uhr

Künftig finden jeden Samstag um 15 Uhr öffentliche Führungen durch die Schlosskirche statt. Der erste Termin ist Samstag, der 24. Juli 2004.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden