Stadt Kassel und Land vereinbaren Kooperation zu Kulturprojekten

Den Weg zu einer Neugestaltung der Kasseler Museumslandschaft und zur Weiterentwicklung Kassels zu einem international beachteten Kulturstandort gehen die Stadt Kassel und das Land Hessen jetzt auch offiziell gemeinsam: Im Kasseler Rathaus wurde dazu am heutigen Mittwoch eine entsprechende Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land und der Stadt unterzeichnet. Für das Land setzte der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, für die Stadt Kassel Oberbürgermeister Bertram Hilgen und der Kulturdezernent, Bürgermeister Thomas-Erik Junge, ihre Unterschriften auf das Papier.

19.12.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Staatsminister Corts bezeichnete den Vertrag zwischen dem Land und der documenta-Stadt als "eine exzellente Grundlage für die weitere, erfolgreiche Zusammenarbeit und für eine kontinuierliche Weiterführung des eingeschlagenen Wegs". Oberbürgermeister Hilgen unterstrich bei der Vertragsunterzeichnung, er sei sehr zufrieden über das Zustandekommen der Vereinbarung. Darin sehe er das Bekenntnis des Landes Hessen ausdrücklich zu Kassel. Beide würden nun gemeinsam die Verantwortung für die kulturellen Leuchttürme der Nordhessen-Metropole übernehmen. Bürgermeister Junge zeigte sich sicher, dass die Vereinbarung eine gute Grundlage darstelle, den Museumsstandort Kassel weiterzuentwickeln. Gegenstand der Vereinbarung sind unter anderem die Museumslandschaft Kassel, das Vorhaben, die Landgräflichen Gärten in und um Kassel für die UNESCO Welterbe-Liste anzumelden, die documenta und das Erbe der Brüder Grimm.

Für die Neugestaltung der Museumslandschaft stellt das Land rund 200 Millionen Euro und die Stadt rund 20 Millionen Euro zur Verfügung. Von den Landesvorhaben sind bereits knapp 170 Millionen Euro im Landeshaushalt verankert. Dazu gehören Projekte im Bergpark, wie zum Beispiel das Herkulesbauwerk, die Löwenburg und zwei Besucherzentren sowie in der Innenstadt das Landesmuseum und die Neue Galerie.
Für die Museumslandschaft ist beispielsweise vereinbart, dass die Stadt zur Neuordnung der Verkehrsführung im Bergpark Wilhelmshöhe unter Berücksichtigung der Welterbeanmeldung der Landgräflichen Gärten ein Gesamtverkehrsgutachten erstellt. Dabei wird sie sich unbeschadet ihrer kommunalen Zuständigkeit um Einvernehmen mit dem Land bemühen und an dem Gutachten zur Verkehrserschließung des Bergparks orientieren. Das Land zeichnet in diesem Fall für die innere Erschließung des Bergparks auf der Basis des Verkehrskonzepts verantwortlich.

Zum Umbau der Tulpenallee wird die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Land einen städtebaulichen Wettbewerb auf Grundlage des Gesamtverkehrskonzepts sowie nach gartendenkmalpflegerischen Vorgaben ausloben. Das Land erstellt in Abstimmung mit der Stadt eine bauliche Rahmenplanung für das Schlossplateau. Bei der Anmeldung der Landgräflichen Gärten in und um Kassel als UNESCO-Welterbe wollen Stadt und Land einvernehmlich etwa städtebauliche und verkehrsplanerische Vorhaben umfassend auf ihre Welterbe-Verträglichkeit hin prüfen und gegebenenfalls anpassen. Zu der Anmeldung gehören vor allem auch die festgelegten und nach Maßgabe der UNESCO weiter zu entwickelnden so genannten Kern- und Pufferzonen des Welterbes.

In einem Haus der documenta-Geschichte sollen ausstellungsbegleitende Aktivitäten zusammengeführt und mit bestehenden Institutionen vernetzt werden. Die materielle Grundlage bildet das documenta-Archiv mit seinen Beständen aus den vergangenen Ausstellungen. Geprüft werden soll eine gemeinsam getragene räumliche und organisatorische Realisierung eines auch erlebnisorientierten Dokumentationszentrums in der Trägerschaft der documenta GmbH in Kassel.

Im gemeinsamen Interesse von Stadt und Land ist die Aufwertung des Erbes der Brüder Grimm. Die aus Hessen stammenden Brüder zählen zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Kulturgeschichte. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten wollen Land und Stadt den Ausbau des Brüder Grimm-Museums zu einer zeitgemäßen Ausstellungs-, Forschungs- und Archivstätte genauso fördern wie etwa die Rekonstruktion einer Grimm´schen Wohnung an der Torwache und die Gründung einer zunächst virtuellen Grimm-Akademie als Plattform internationaler Forschungs- und Publikationsaktivitäten.


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