Vom Großstadtdschungel in den Urwald

Sie befällt jeden. Selbst den eingefleischtesten Städter. Irgendwann ist sie da, die Sehnsucht nach wilder Natur. Wer in Saarbrücken lebt, kann sich freuen: in unmittelbarer Nähe liegt das bundesweit einzigartige [Waldnaturschutzgebiet Urwald](http://www.saar-urwald.de/) vor den Toren der Stadt. Auf etwa 1000 Hektar dürfen Pflanzen sprießen, Tiere leben, der Wald wachsen, wie er will. "Weil der Mensch in das Gebiet nicht eingreift, kann es sich so dynamisch entwickeln, wie es für Urwälder typisch ist", sagt Franz-Georg Elpers, Pressesprecher der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). In einem Projekt unter Federführung des Naturschutzbundes [NABU](http://www.nabu-saar.de/) sollen die Besucher an die verwildernde Natur herangeführt werden, ohne diese zu stören. Die DBU unterstützt das Vorhaben mit knapp einer halben Million Euro. Heute fiel der offizielle Startschuss.

12.08.2004 Pressemeldung Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Kontrast zum Alltag

"Ziel ist es, den Menschen der Region Gelegenheit zu geben, Kontraste zu ihrem Alltagsleben zu erfahren", so Elpers. Dabei geht das Projekt über klassische naturschutzfachliche Fragen hinaus: Fragen der Biodiversität und zum Wert der Natur sollen ebenso aufgegriffen werden, wie die kulturelle Wahrnehmung von Wildnis und die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Auch künstlerische Annäherungen an das Thema Wildnis werden berücksichtigt.

Wildnisakademie für Städter

"Das Konzept sieht vor, in einer Wildnisakademie zwei Schwerpunkte umzusetzen", erläutert Elpers. Unter dem Motto "Gemeinsam Gestalten" sollten unter anderem Lehrpfade und ein Leitsystem für die Besucher entstehen. Der Punkt "Gemeinsam Erleben" sehe Workshops, Seminare und Erlebnistage für Erwachsene, Jugendliche und Kinder vor. "Das Vorhaben könnte zum Modell für die neuartige Vermittlung von Naturschutz in einem städtisch und industriell geprägten Umfeld werden", so Elpers.


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