Werner Groß erhält Verdienstkreuz am Bande

Als einen "politisch und sozial sehr engagierten Bürger mit großem Herzen für die Natur" hat der Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard, heute Werner Groß aus Lorsch gewürdigt. Er überreichte dem ehemaligen Forstamtsrat das vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstkreuz am Bande. "Werner Groß bringt Flora und Fauna nicht nur interessierten Erwachsenen nahe, er führt auch Kinder und Jugendliche an dieses wichtige Thema heran", sagte Prof. Dr. Leonhard.

08.09.2005 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Das Bundesverdienstkreuz ist nicht die erste Auszeichnung, die Groß entgegen nimmt. 1977 wurde er mit der Alexander von Humboldt-Medaille ausgezeichnet. Zehn Jahre darauf bekam Groß den Ehrenbrief des Landes Hessen, und 1997 wurde er zum Ehrenstadtrat von Lorsch ernannt.

Dem 1935 geborenen Sonntagskind Werner Groß wurde die Liebe für den Wald bereits in die Wiege gelegt: Er stammt aus einer Försterfamilie. 1960 legte er das Staatsexamen als Revierförsteranwärter ab und war bis 1969 in verschiedenen Forstrevieren tätig. 1970 war er technischer Leiter in einem privaten Unternehmen. Von 1971 bis 1992 übernahm Groß im Auftrag des Landes Hessen die Geschäftsführung im Naturpark Bergstraße/Odenwald. Bis 1994 war er stellvertretender Forstamtsleiter in Heppenheim. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er nach 40 Jahren Dienst pensioniert.

Seine Leidenschaft für den Naturschutz hat sich Groß auch im Ruhestand bewahrt. In sein Engagement für die Umwelt lässt er ständig neue Ideen einfließen, wie die zur Ausstellung "Rotwild im Lorscher Wald". Für die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), bei der er seit 1980 Mitglied und seit 1991 Vorsitzender ist, organisiert er Führungen für Erwachsene und Jugendliche. Groß kümmert sich ebenfalls um die Öffentlichkeitsarbeit der SDW, so geschehen bei der Präsentation der Schutzgemeinschaft auf dem Hessentag 2004 in Heppenheim. Des weiteren interessiert sich Groß für Forstgeschichte und arbeitet unter anderem an Projekten zu deren historischer Aufbereitung mit, etwa in Kooperation mit dem Weltkulturerbe Kloster Lorsch oder dem Viernheimer Jägerhaus.

Als Vorstandsmitglied und Schriftführer der Arbeiterwohlfahrt engagiert er sich auch sozial. In der Evangelischen Kirchengemeinde arbeitet er ebenfalls aktiv mit. In der Kommunalpolitik war Groß über 30 Jahre lang tätig, davon 16 Jahre als Stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher. Von 1993 bis 1997 war Groß Erster Stadtrat im Magistrat. Er genießt durch seine vielseitigen Tätigkeiten auch über Parteigrenzen hinweg große Anerkennung. Für seinen Geburtsort engagierte sich das Vorstands- und Gründungsmitglied von 1995 bis 2005 im Partnerschaftsverein Lorsch e. V.

Wo soziale Belange im Vordergrund stehen, ist Groß besonders aktiv. Das Wohl der Bürger ist dem Vorstandsmitglied des Kreisverbands der Gewerkschaft IG Bau wichtig. So war er von 1993 bis 2004 Schöffe am Landgericht Darmstadt. Als Gründungs- und Vorstandsmitglied der Initiative "Mensch vor Verkehr" setzt er sich bei der geplanten ICE-Trasse in Lorsch für einen Kompromiss zwischen der Deutschen Bahn und den Anwohnern ein. Rückzugs- und Naherholungsgebiete, so seine Überzeugung, sind besonders in Ballungsräumen von Bedeutung. Dieses Anliegen vermittelt er auch Kindern und Jugendlichen, beispielsweise durch die Gestaltung des Waldökonomischen Lehrpfades an der Starkenburg in Heppenheim, aber auch in seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Naturschutzbeirats Kreis Bergstraße, für den er an der Konzeption des Naturschutzzentrums mitarbeitete. Neben vielen weiteren Tätigkeiten in insgesamt 28 Vereinen und Verbänden unterstützt und fördert er besonders die Erholungsbereiche im Unesco Geopark Naturpark Bergstraße/Odenwald e. V.


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