Wiesbaden stärkt seine Position als wichtiger Standort für Film und Filmwirtschaft

"Wiesbaden stärkt seine Position als wichtiger Standort für die Bewahrung des Erbes und die Interessenvertretung des deutschen Films", das sagte Udo Corts, Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst, der heute gemeinsam mit dem Wiesbadener Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller dem Präsidenten der SPIO, Steffen Kuchenreuther, und dem Vorstand der F.W. Murnau-Stiftung, Helmut Poßmann, den Grundstein für das neue Wiesbadener Filmhaus legte, das Ende des Jahres fertiggestellt werden soll.

03.03.2008 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Corts zeigte sich überzeugt davon, dass das neue filmkulturelle Zentrum nationale und internationale Strahlkraft entfalten wird: "Die Landesregierung verfolgt mit größtem Interesse die Realisierung des Filmhauses. Es eröffnet vielfältige Chancen, die hervorragende Arbeit der Murnau-Stiftung und der beteiligten Institutionen zu vernetzen, filmkulturelle Projekte zu verknüpfen und Synergien zu nutzen. Die Entscheidung der Murnau-Stiftung, sich in Wiesbaden dauerhaft anzusiedeln, hat ein Zeichen gesetzt und wirkt dem Trend entgegen, immer mehr kulturelle Einrichtungen und Verbände in die Bundeshauptstadt Berlin zu verlagern. Dies ist eine Stärkung der föderalen Strukturen im Bereich der Kultur und insbesondere der Filmkultur in Deutschland."

In dem Gebäude der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in zentraler Lage unweit des Wiesbadener Hauptbahnhofs werden zahlreiche Einrichtungen des Films ihren Sitz haben. Neben der Murnau-Stiftung werden so die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft GmbH), die SMS (SPIO Management Service GmbH), die FKN (Deutsche Filmkünstler Nothilfe), die Filmbewertungsstelle (FBW), das Kuratorium junger deutscher Film, das Archiv des Deutschen Filminstituts (DIF), das Institut für Kino und Filmkultur (IKF), aber auch Büros von Postproduktions- bzw. Vertriebsunternehmen wie die Ingelheimer OMNIMAGO GmbH oder die Münchener Transit Film GmbH einziehen. Und auch das bereits in Wiesbaden ansässige Landesstudio Hessen des ZDF wird mit an die Mainzer Straße wechseln.

Das Land Hessen fördert das Projekt mit insgesamt rd. 1,7 Millionen Euro im Rahmen des Kulturinvestitionsprogramms der Hessischen Landesregierung; die Stadt Wiesbaden hatte das Grundstück zu besonders günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt und wird darüber hinaus eine Bauzuwendung leisten.

"Der Erhalt und die Erneuerung des filmischen Erbes ist eine wichtige Aufgabe der Kulturnation Deutschland. Mit dem Bau des Hauses in Wiesbaden ist die Grundlage für die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung gelegt, dieser Aufgabe im Rahmen ihrer Möglichkeiten noch besser nachzukommen, um kommenden Generationen die Möglichkeit zu geben, Filme aus der Vergangenheit in zeitgemäßer Qualität sehen zu können. Mein Dank geht insbesondere an das Land Hessen und die Stadt Wiesbaden für die großzügige Unterstützung bei der Realisierung des Friedrich Wilhelm Murnau-Hauses", so Eberhard Junkersdorf, Kuratoriumsvorsitzender der F.W. Murnau-Stiftung.

"Der Neubau soll und wird die Mainzer Straße als Einfallstor Wiesbadens und das Schlachthofgelände aufwerten", ist Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller überzeugt. "Unser Ziel ist es auch, Wiesbaden als Filmstandort zu stärken – das ist mit diesem Projekt sicherlich auch gelungen. Die Murnau-Stiftung setzt mit dem Filmhaus einen über Wiesbaden hinaus sichtbaren 'Leuchtturm'". Auch Kulturdezernentin Rita Thies freut sich darüber, dass die Murnau-Stiftung dauerhaft in Wiesbaden ihren Standort gefunden hat und nun einen weiteren Spielort für die Cineasten in der hessischen Landeshauptstadt und im Rhein-Main-Gebiet präsentiert.

"Wir freuen uns sehr, dass der Bau des Hauses so gut voranschreitet und wir nun in feierlichem Rahmen den Grundstein für dieses Projekt legen können", so Helmut Poßmann, Vorstand der Stiftung. "Ohne die Unterstützung des Landes und der Stadt hätte das Vorhaben nicht realisiert werden können. Umso größer ist unsere Freude, da wir nun diesen Akt gemeinsam mit Minister Corts und Oberbürgermeister Dr. Müller feiern können." Auch die Filmwirtschaft hat ihren Beitrag geleistet, indem die SPIO das Grundstück erworben hat.

Kernstück des Hauses wird ein 100 Plätze fassendes Kino sein, das tagsüber für die Prüfungsvorführungen von FSK und FBW genutzt wird und abends öffentlich bespielt werden wird. Beispielsweise mit deutschen Filmklassikern aus den umfangreichen Beständen der Murnau-Stiftung, aber auch mit Vorführungen des Deutschen Filminstituts (DIF) oder der Wiesbadener Filmfestivals GoEast oder Exground. Zudem steht ein Multifunktionsbereich direkt neben dem Kino für Ausstellungen, Empfänge und Diskussionsveranstaltungen zur Verfügung. Ausführende Architekten des auf rund 3.800 qm Nutzfläche angelegten Komplexes sind das Idsteiner Büro schneider + sommer. Für das Kino zeichnet die Münchner Architektin Anne Batisweiler verantwortlich.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden