Aktiv für Integration: Türkisches Ausbildungsprojekt gefördert
Die türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGS-H) wird auch in diesem Jahr vom Wirtschaftsministerium zur Beratung junger Menschen mit Migrationshintergrund in Fragen der Ausbildung unterstützt. 140.000 Euro investiert das Ministerium in diese Arbeit, insgesamt beläuft sich die Fördersumme mittlerweile auf 1,45 Millionen Euro.
28.06.2007 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-HolsteinDie Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium Karin Wiedemann sagte bei der Übergabe des Förderbescheides an die TGS-H heute (28. Juni) in Kiel: "Das Engagement der Türkischen Gemeinde für die Belange jugendlicher Migranten ist vorbildlich. Eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung vermittelt den jungen Menschen Selbstwertgefühl und ist Voraussetzung für einen Platz im ersten Arbeitsmarkt. Für Menschen mit Migrationshintergrund ist dies umso wichtiger als es ihnen den Weg zur Integration in unsere Gesellschaft ebnet." Der Sultan Markt von Muhammed Kiremit, wo der Bescheid übergeben wurde, gehe mit gutem Beispiel voran. Bereits ein Jahr nach Geschäftseröffnung im Jahre 1999 wurde der erste Auszubildende eingestellt, und auch jetzt wird neben acht MitarbeiterInnen ein junger Mensch zum Kaufmann im Einzelhandel ausgebildet.
Integration aktiv unterstützen und gestalten ist das Motto, mit dem im Rahmen des Projektes "Ausbildung und Integration für Migranten - AIM" der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. gearbeitet wird. Fehlende Kenntnisse der deutschen Sprache und ein daraus resultierender Rückzug in den eigenen Kulturkreis führen zu Schwierigkeiten in der Schule und bei der Aufnahme einer Berufsausbildung. Hier setzt die Arbeit der ProjektmitarbeiterInnen an.
Die Zahl der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die eine duale Ausbildung aufnehmen, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen. So haben im Jahr 2004 nur 25,2 % der ausländischen Jugendlichen eine Ausbildung aufgenommen. Die Ausbildungsbeteiligung deutscher Jugendlicher lag im selben Jahr bei 59 %. "Vor diesem Hintergrund ist eine beharrliche Beratung durch Menschen aus dem gleichen Kulturkreis von unschätzbarem Wert", so Staatssekretärin Wiedemann. In den Beratungsstellen in Lübeck und Elmshorn wird jungen Migrantinnen und Migranten sowie ihren Eltern Hilfestellung rund um die Schul- und Berufsausbildung geboten. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Mädchen und jungen Frauen gerichtet, die unterproportional eine Berufsausbildung aufnehmen. Aufgrund der Beratungsarbeit ist der Anteil weiblicher ausländischer Auszubildender zwar von 35,7 % im Jahr 1993 auf 44,4 Prozent im Jahre 2004 gestiegen. Dies sei aber noch lange nicht ausreichend, so die Staatssekretärin.
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