Ebling: Berufliche Teilqualifikation schon im Berufsvorbereitungsjahr
Jugendliche ohne Hauptschulabschluss sollen ihre Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt schon während des Berufsvorbereitungsjahrs (BVJ) durch erste Berufserfahrungen verbessern können. Bildungsstaatssekretär Michael Ebling betonte in Speyer bei der Abschlussveranstaltung des Modellversuchs „Qualifizierungsbausteine in der Ausbildungsvorbereitung“, mit diesem Schuljahr könnten an allen landesweit 54 berufsbildenden Schulen mit einem BVJ speziell entwickelte „Qualifizierungsbausteine“ angeboten werden, die den Jugendlichen den Erwerb berufsspezifischer Teilkompetenzen in den verschiedensten Berufsfeldern ermöglichen und – nach erfolgreicher Prüfung – dies auch bescheinigen.
23.11.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-PfalzRheinland-Pfalz habe als erstes Bundesland bereits im Jahr 2005 das Instrument der Qualifizierungsbausteine rechtlich in der Berufsschulordnung verankert, betonte Ebling und ergänzte: „Die von den Kammern bestätigten Qualifizierungsbausteine erleichtern den jungen Leuten, die im BVJ ihren Hauptschulabschluss gemacht haben, den Einstieg in eine Ausbildung oder in eine Berufstätigkeit. Betriebe können damit sicher sein, dass die Bewerberinnen und Bewerber bereits in der schulischen Ausbildung Fachkompetenzen erworben haben, die ihren späteren Beruf entscheidend prägen.“ An sechs Modellschulen in Rheinland-Pfalz seien im Rahmen des Bundesprogramms „Kompetenzen fördern – Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf“ in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Linz, Trier, Kusel, Kaiserslautern und Ludwigshafen insgesamt 36 Qualifizierungsbausteine aus den Berufsfeldern Bau-, Holz- und Metalltechnik, Hauswirtschaft und Ernährung, Farbtechnik/Raumgestaltung sowie Körperpflege bereits seit Februar 2004 speziell für die Jugendlichen entwickelt und erfolgreich erprobt worden, hielt Ebling fest. Rund 70 Prozent aller jungen Leute, die in den Modellschulen im BVJ in mindestens
140 und bis zu 420 Stunden zertifizierte Qualifizierungsbausteine erwarben, hätten im direkten Anschluss an das BVJ eine Ausbildung, eine Arbeitstätigkeit oder eine Weiterqualifizierung aufgenommen.
Das Berufsvorbereitungsjahr erhalte mit den Qualifizierungsbausteinen eindeutig eine noch stärker ausbildungsorientierte Struktur, unterstrich der Staatssekretär und ergänzte: „Hinzu kommt, dass sich die Motivationslage und das Selbstbewusstsein der jungen Leute nach Aussagen der Schulen eindeutig verbessert haben, dass Teamfähigkeit, Durchhaltefähigkeit, Hilfsbereitschaft und Pünktlichkeit gestiegen sind. Zudem hat sich das Klassenklima sehr stark zum Positiven verändert.“ Bundesweit einmalig sei dabei die enge Verzahnung von individueller Förderung der Jugendlichen und den speziell für diese Lerngruppen ausgewählten Qualifizierungsbausteinen, was letztlich den Erfolg dieses Instrumentes ausmache. Das Instrument der Qualifizierungsbausteine sei ganz eindeutig ein wichtiger Bestandteil bei der Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf auf deren Weg in den Beruf und damit ein konkreter Beitrag zur Verbesserung der Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt.
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