Quereinstieg

Externenprüfung zur Erziehungsfachkraft

Im Rahmen des ESF-geförderten Programms „Weiter mit Bildung und Beratung“ berät die Beratungsstelle NQE („Vorbereitung auf die Externenprüfung als Nachqualifizierung“) kostenfrei Beschäftigte und Arbeitslose zum nachträglichen Erwerb eines Berufsabschlusses über die Externenprüfung.

30.01.2020 Bremen Pressemeldung Bremen: Pressestelle des Senats
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Das Programm wird koordiniert von der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa. „Wir haben einen hohen Fachkräftebedarf an Erzieherinnen und Erziehern. Daher müssen wir Menschen, die Interesse an dem Beruf haben, Möglichkeiten eröffnen, sich zu qualifizieren. Die Externenprüfung eröffnet diese Möglichkeiten für Interessierte mit einer anderen fachlichen Grundbildung, die sich beruflich verändern wollen“, sagt Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa.

„Mein neuer Berufsabschluss ist Gold wert“, sagt Christiane Padilha-Wolff über ihre erfolgreich bestandene Prüfung. „Lange habe ich mit Kindern gearbeitet, aber nun bin ich eine ausgebildete Fachkraft.“ Erziehungsfachkräfte mit Abschluss sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gesucht und haben viele Beschäftigungsmöglichkeiten. Es reicht von der Arbeit mit Kindern in einem Hort bis zur Heimleitung. Es ist viel mehr als „Kinder zu beschäftigen“.

Padilha-Wolff hat den neuen Vorbereitungskurs auf die Externenprüfung zur staatlich geprüften Erzieherin absolviert und die Abschlussprüfung mit ‚sehr gut‘ bestanden. Der Kurs wurde von der Beratungsstelle NQE in der Handwerkskammer Bremen gemeinsam mit dem Paritätischen Bildungswerk Bremen entwickelt. Er umfasste 452 Stunden und lief erstmalig vom 1. Juni 2018 bis zum 31. Mai 2019. Der Kurs konnte berufsbegleitend besucht werden. Sie war eine von zwölf erfolgreichen Kursteilnehmenden und freut sich über diese spannende Lernzeit: „Es war inhaltlich alles sehr interessant und vielfältig. Ich hatte die Chance dadurch viel zu lernen und vor allem an Professionalität zu gewinnen.“

Vorher arbeitete Padilha-Wolff in einem Büro. In der Elternzeit hatte sich durch die eigenen Kinder ihr Berufsinteresse in Richtung Arbeit mit Kindern verlagert: „Wie vermittelt man Kindern Werte? Wie lernen sie? Wie kann ich sie am besten begleiten? Das waren einige der Fragen, die mich zum Nachdenken und zum Nachforschen brachten und die mich letztendlich zu diesem Beruf geführt haben.“

Der Kurs sei schon eine Herausforderung für sie und ihre Familie gewesen. Aber alle, inklusive ihre beiden Kinder, hätten sie sehr unterstützt. „Es ist ein Familienprojekt gewesen“, betont sie. Immerhin galt es nach nur einem Jahr mit Lernen und Arbeiten in Teilzeit zwölf Prüfungen zu bestehen. „Der Prüfungsteil Englisch klappte sehr gut, aber das Fach Sozialpädagogik fiel mir schwer wegen der Menge an Stoff.“

Wie geht es nun weiter? Christiane Padilha-Wolff wird gleich nach der Prüfung mit dem Anerkennungsjahr bei einem anderen Träger beginnen, um ein neues Aufgabenfeld kennenzulernen. Nach diesem Jahr ist sie dann „staatlich anerkannte Erzieherin“.

Lohnt sich der Weg über die Externenprüfung? „Unbedingt!“, meint Padilha-Wolff, „auch wenn man die Menge des Lernstoffs nicht unterschätzen darf. Aber es geht doch schneller als über eine dreijährige Ausbildung. Man soll aber nicht die Anforderungen an die Kompetenzen und Kenntnisse eines Erziehers unterschätzen.“

Interessenten, die über mehrere Jahre einschlägige Berufserfahrung verfügen und Erzieherin odere Erzieher werden wollen, können den Vorbereitungskurs auf die Externenprüfung besuchen, der jährlich angeboten wird. Der nächste Kurs startet am 27. August 2020 beim Paritätischen Bildungswerk Bremen.

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