Für mehr Ausbildungsplätze in Migranten-Betrieben: "Hast Du krass Lehrstelle?"
Eine neue Ausbildungsplatz-Akquisiteurin der IHK zu Kiel will gezielt Betriebe ansprechen, deren Inhaber ausländischer Herkunft sind.
10.08.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-HolsteinBei der Vorstellung der Akquisiteurin Frau Özlem Aykan-Ünsal heute (10. August) in Kiel sagte die Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium Karin Wiedemann: "Die Aufnahme einer Berufsausbildung ist für junge Menschen anderer Nationalitäten ein wichtiger Schritt, mit dem sie ihre Integrationschancen verbessern und Benachteiligungen abbauen." Wiedemann weiter: "Menschen aus anderen Ländern, die hier bei uns ein Unternehmen führen und Ausbildungsplätze anbieten, sind in mehrfacher Hinsicht ein sehr gutes Vorbild. Durch ihren Einsatz geben sie Jugendlichen eine positive Lebensperspektive, sie geben ein Beispiel für andere Betriebe, und sie leisten einen Beitrag zur erfolgreichen Integration." Unter dem Motto 'Hast Du krass Lehrstelle?' wirbt die IHK zu Kiel für mehr Ausbildungsplätze in Migranten-Betrieben.
Das Wirtschaftsministerium fördert die Stelle der Ausbildungsplatzakquisiteurin für die Dauer von zunächst zwei Jahren mit rund 105.000 Euro aus Mitteln des "Aktionsprogramms Ausbildung" des Schleswig-Holstein-Fonds und des Europäischen Sozialfonds (ESF). Frau Aykan-Ünsal will mit ihrer Arbeit bei den rund 2.200 Betrieben im Bezirk der IHK Kiel ansetzen, deren Inhaber ausländischer Herkunft sind. Von diesen Betrieben bilden bislang nur rund sechs Prozent aus. Die Ausbildungsplatz-Akquisiteurin sieht hier ein großes Ausbildungspotential, das sie erschließen will. Durch Betriebsbesuche sollen neue Ausbildungsplätze akquiriert werden, ebenso wie Plätze für die Einstiegsqualifikation Jugendlicher (EQJ). Darüber hinaus sollen Hilfestellung bei der Vermittlung und Auswahl geeigneter Jugendlicher geleistet, Betriebe in Ausbildungsfragen beraten und Auszubildende begleitend betreut werden. Özlem Aykan-Ünsal hat selbst einen Migrationshintergrund und spricht vier Sprachen.
"Der Appell, neue Ausbildungsplätze zu schaffen, geht aber nicht nur an Betriebe, deren Inhaber ausländischer Herkunft sind. Ich appelliere an alle Unternehmen, weitere Ausbildungsplätze anzubieten. Es gilt, jedem ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen jungen Menschen ein Ausbildungsangebot zu unterbreiten", so Wiedemann abschließend.
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