Georg-K.-Glaser-Preis 2006 für Norbert Scheuer

Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt wurde er Dritter und erhielt den 3sat-Literaturpreis, in Mainz hat er gewonnen: Norbert Scheuer aus Kall in der Eifel.

29.06.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

29.06.2006 Den Georg-K.-Glaser-Preis dieses Jahres erhält Scheuer für eine Erzählung, die wieder wie sein gesamtes Werk in der Eifel, der Heimat des Autors, spielt. Der mit 10.000 Euro dotierte Literaturpreis wird gemeinsam vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur und dem Südwestrundfunk (SWR) verliehen. Der rheinland-pfälzische Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig wird am 6. September 2006 den Preis zusammen mit dem SWR-Landessenderdirektor Dr. Uwe Rosenbaum überreichen.

Die Jury, der unter anderem die Literaturkritiker Meike Fessmann, Richard Kämmerlings und Martin Lüdke sowie die Schriftsteller Sandra Hoffmann und Sigfrid Gauch angehören, begründet ihre Entscheidung mit der erzählerischen Kraft und einer leisen Dramatik, die auch in dieser Erzählung Scheuers eine ganze, kleine Welt erschüttere. Kall, Eifel, das ist mit den Worten der Jury "der ebenso imaginäre wie reale Raum, in dem Scheuers Figuren leben. In dieser Gegend sind die Erwartungen an das Leben gering, die Aussichten trübe; wer kann, der flieht, wer bleibt, der verzweifelt und dreht durch, wie der Bruder des Erzählers." Scheuers Sprache, so die Juroren, bleibe schlicht, doch er beobachte genau und beschreibe präzise, wobei seine kleine Welt durchsichtig werde - als Allegorie der unseren.

Norbert Scheuer wurde 1951 in Prüm geboren. Er studierte physikalische Technik und Philosophie in Bonn und lebt heute wieder in der Eifel. Sein erster Roman "Der Steinesammler" machte ihn 1999 bekannt; 2002 folgte "Flußabwärts" und 2005 "Kall, Eifel".

Als Kandidaten für den Förderpreis hat die Jury Gianna Zocco, die in Herdorf im Westerwald lebt, sowie Madeleine Giese und Monika Geier, beide aus Kaiserslautern, ausgewählt. Die Entscheidung über den Förderpreis wird in der öffentlichen Veranstaltung des SWR am Mittwoch, dem 6. September 2006, um 19 Uhr, während des Literaturfestes "Literatur im Foyer" im SWR in Mainz unter Einbeziehung des Publikums getroffen.

Der Preis ist nach dem 1910 im rheinhessischen Guntersblum geborenen und 1995 in Paris gestorbenen Autor Georg K. Glaser benannt. Letzte Preisträger waren Sandra Hoffmann (2005) und Hanns-Josef Ortheil (2004).


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