Girl's Day 2007 - Frauenministerin stieg auf's Dach

Mehr als 2850 Mädchen und junge Frauen haben heute (26. April) beim Girl's Day die Möglichkeit genutzt, sich ein Bild von typischen Männerberufen zu machen. So viele Angebote stellen Betriebe und Organisationen 2007 im ganzen Land zur Verfügung. Im Vergleich zum Vorjahr (knapp 2100 Plätzen) ist das eine deutliche Steigerung. Frauenministerin Ute Erdsiek-Rave nahm eines der Angebote wahr und informierte sich in Schafflund über die Berufsaussichten von Frauen im Beruf des Schornsteinfegers. Sie lobte das Engagement für den Girl's Day: "Das Interesse am Mädchen-Zukunftstag ist ungebrochen und das zeigt, wie wichtig und richtig dieses Projekt ist." Der Girl's Day verbinde, so sagte sie weiter, in beispielhafter Weise Aspekte der Frauenförderung mit denen einer effektiven Berufsorientierung. "Die Mädchen können nicht nur neue Berufsfelder für sich entdecken, sondern auch neue Chancen für bessere Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten."

26.04.2007 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Zurzeit sind etwa 42 Prozent aller Auszubildenden Frauen. Über die Hälfte davon beschränkt sich bei ihrer Berufswahl auf nur zehn von rund 350 Ausbildungsberufen zum Beispiel auf Gesundheitsberufe (Arzt- oder Zahnarzthelferin), Berufe der Körperpflege (Friseurin) sowie auf Arbeitsgebiete der Haus- und Ernährungswirtschaft. Auch die Verteilung der weiblichen Studierenden auf die einzelnen Fächergruppen zeigt, dass Frauen nach wie vor am häufigsten das Fach Sprach- und Kulturwissenschaften (68,4 Prozent) wählen, gefolgt von Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften (64,0 Prozent), Kunst und Kunstwissenschaften (63,1 Prozent) und Humanmedizin/ Gesundheitswissenschaften (59,8 Prozent). "Nach wie vor deutlich geringer sind die Anteile von Frauen in den Fächern Ingenieurwissenschaften (21,0 Prozent), Mathematik oder Naturwissenschaften (33,9 Prozent). Auch in der Informations- und Telekommunikationstechnik, einem besonders zukunftsweisenden Arbeitsfeld, liegt der Frauenanteil bei den Auszubildenden gerade mal bei zehn Prozent, im Handwerk allgemein bei nur 24 Prozent", erläuterte Ministerin Erdsiek-Rave weiter.

Gerade das Handwerk habe sich allerdings in den vergangenen Jahren verstärkt um Mädchen als Auszubildende bemüht. So sei der Anteil der Mädchen in den klassischen "Männerberufen", zu denen auch die Schornsteinfeger gehören, von fünf auf mittlerweile zehn Prozent gestiegen, sagte die Ministerin weiter. Insgesamt würden die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich sowie in den Informations- und Kommunikationsmedien jedoch noch nicht genug von den Mädchen ausgeschöpft. So spiegelten sich deren gute Bildungsabschlüsse nicht in ihrer Berufslaufbahn und Position wieder. Geringere Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten seien oft die Folge.

Erdsiek-Rave wies ausdrücklich darauf hin, dass auch die Berufswahl von Jungen geschlechtsspezifisch eingeschränkt sei. "Sie konzentrieren sich meist auf den technischen Bereich." Zugleich seien die Lebensentwürfe vieler Jungen noch geprägt von der Vorstellung eines Haupt- oder Alleinernährers. Die veränderten Arbeitsmarktbedingungen und Partnerschafts- sowie Familienmodelle forderten jedoch auch von den Jungen mehr Flexibilität bei der Berufswahl. Deshalb entwickele das Frauenministerium parallel ein Jungen-Programm, bei dem diese sich über typische Frauenberufe informieren könnten. So sollen Jungen verstärkt für Erziehungs-, Sozial- und Pflegeberufe gewonnen werden. "Nicht das Geschlecht, sondern die persönlichen Fähigkeiten und Talente sollten ausschlaggebend sein für die Berufswahl. Das ist die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches und befriedigendes Berufsleben", sagte Ministerin Erdsiek-Rave.

Der Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag fand erstmalig im Jahr 2001 statt und bietet jedes Jahr, jeweils am vierten Donnerstag im April, Mädchen ab der fünften Klasse die Möglichkeit, sich frühzeitig über ihre Berufswahlmöglichkeiten, insbesondere in den Bereichen Technik sowie Informations- und Kommunikationstechnologie, Handwerk, Unternehmensführung, Politik oder Forschung zu informieren. In Schleswig-Holstein wird der Aktionstag seit 2002 jährlich mit Unterstützung des Arbeitskreises Frauen in der Wirtschaft, der Landesarbeitsgemeinschaft Mädchen und junge Frauen in der Jugendhilfe, Trägern der Jugendarbeit, der Arbeitsagentur Nord, der kommunalen Gleichstellungsstellen und vielen Unternehmen angeboten. Seit 2005 gibt es die Landeskoordinierungsstelle zum Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag in Schleswig-Holstein im Ministerium für Bildung und Frauen. Die Ansprechpartnerin dort ist Cornelia Knieß, Telefon: 0431-988 2446, E-Mail . Die Koordinierungsstelle ist Teil des im Aufbau befindlichen Netzwerkes in der ganzen Bundesrepublik, sie agiert als Ländernetzwerk(knoten) zwischen regionalen Arbeitskreisen, den anderen Länderkoordinierungsstellen und der Bundeskoordinierungsstelle - dem Kompetenzzentrum in Bielefeld.


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