Gleiche Chancen für alle Schülerinnen und Schüler
23 Lehrkräfte Hamburger Schulen erhalten im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) die Anerkennung für ihre zweijährige Ausbildung zur "Interkulturellen Koordination". Das bundesweit einzigartige Pilotprojekt qualifiziert Lehrkräfte dazu, ihre Schule in interkulturellen Fragen zu beraten und gleichzeitig interkulturelle Öffnungsprozesse zu initiieren – ein Schritt zu mehr Handlungssicherheit für Schulen in der Migrationsgesellschaft.
08.05.2014 Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)"Mit der Qualifizierung zur ´Interkulturellen Koordination` zeigt Hamburg, wie Schulen Barrieren abbauen, ihre Atmosphäre verbessern und die Motivation Lehrender wie Lernender steigern können", erklärt Norbert Rosenboom, Leiter des Amtes für Bildung in der Hamburger Schulbehörde (BSB), anlässlich der Zertifikatsverleihung. "Wir freuen uns über die immense Resonanz unter Hamburger Lehrkräften und das große Interesse aus anderen Bundesländern."
Regine Hartung, Leiterin der Beratungsstelle Interkulturelle Erziehung am LI, und Dr. Rita Panesar, Referentin der BQM Beratung Qualifizierung Migration, leiten die Qualifizierungsmaßnahme. "Hamburger Schulen sind heute Orte, in denen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Lebensform gemeinsam lernen. Damit dies gelingt und alle Schülerinnen und Schüler die gleichen Chancen haben, bedarf es Personal und Strukturen, die auf Umgang mit Differenz ausgerichtet sind", so Regine Hartung. "Die Lehrkräfte wurden zu sogenannten Veränderungs-Akteuren ausgebildet, die Entwicklungsprozesse an ihrer Schule mit interkultureller Expertise unterstützen", erläutert Dr. Panesar das Ausbildungsziel.
An ihren Schulen haben die fortgebildeten Lehrkräfte bereits zahlreiche Projekte zur interkulturellen Personal- und Organisationsentwicklung angestoßen. Sie reichen von Trainings im Umgang mit Vorurteilen, interkultureller Elternkooperation, Mentorenprojekten bis zur interkulturellen Beratung bei laufenden Unterrichts- und Schulentwicklungsprozessen. Während des Festaktes präsentieren die ausgebildeten Lehrkräfte dem Publikum ihre Projekterfolge und Dr. Uwe Heinrichs, in der Hamburger Schulbehörde zuständig für die Gestaltung von Schul- und Unterrichtsentwicklung, überreicht ihnen ihre Zertifikate.
Kerstin Krull ist Lehrerin an der Erich Kästner Schule: "In der Qualifizierung wurden wir von Beginn an auf die Notwendigkeit hingewiesen, unser Vorgehen mit der Schulleitung abzustimmen. Das hatte den Vorteil, dass ich mit den entsprechenden Kolleginnen und Kollegen in einem größeren, systemischen Rahmen denken konnte."
Auch die wissenschaftliche Evaluation der Helmut-Schmidt-Universität kommt zu einer positiven Einschätzung des Pilotprojektes. Professorin Mechtild Gomolla und ihre Mitarbeiterinnen beschreiben die Fortbildung als einen neuartigen, praxisrelevanten Handlungsansatz, der zweierlei verbindet: fachliche Qualifizierung für den Umgang mit Fragen der Differenz, Heterogenität und Diskriminierung im Schulalltag sowie die Vermittlung von Kompetenzen, die sich auf Steuerung, Beratung und Begleitung von Prozessen interkultureller Schulentwicklung beziehen. Die teilnehmenden Lehrkräfte haben ihr professionelles Handlungsrepertoire wesentlich erweitern können. Zudem schätzen Schulleitungen das Konzept der Interkulturellen Koordination als Element der regulären Schulentwicklung.
Die Zertifikatsverleihung im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) diene außerdem interessierten Lehrkräften und Multiplikatoren zur Information für die nächste Qualifizierung zur "Interkulturellen Koordination". Diese startet im September 2014. Noch bis zum 22. Mai 2014 können sich interessierte Lehrkräfte und pädagogisches Personal aller Schulformen um die Teilnahme bewerben. Informationen und Bewerbungsunterlagen stehen auf der Website des LI bereit: www.li.hamburg.de/bie/veranstaltungen
Hintergrund
Für Konzept und Umsetzung der "Qualifizierung zur Interkulturellen Koordination" sind das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI, Beratungsstelle Interkulturelle Erziehung) und die KWB Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V. (Projekt BQM Beratung Qualifizierung Migration) verantwortlich. BQM wird aus dem Europäischen Sozialfonds ESF und von der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert. Die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, die Unfallkasse Nord, das Netzwerk "Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte" sowie die Behörde für Schule und Berufsbildung unterstützen die Umsetzung der Qualifizierung.
Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung
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