Härtel eröffnete in Berlin Ausstellung über Europas Juden im Mittelalter
Roland Härtel, Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, hat heute im Deutschen Historischen Museum in Berlin die Ausstellung "Europas Juden im Mittelalter" eröffnet. Sie war von November 2004 bis März dieses Jahres im Historischen Museum der Pfalz in Speyer gezeigt worden. In Berlin ist sie bis zum 28. August zu sehen.
23.04.2005 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)Die Ausstellung zeige eindrucksvoll, wie sich im hohen Mittelalter "jüdischer Geist in christlicher Umgebung in vielleicht einmaliger Weise manifestiert hat", sagte Härtel in seiner Eröffnungsansprache. Wer die Historie und die Spezifik der europäischen mittelalterlichen Geschichte und Kultur verstehen wolle, dürfe seinen Blick nicht allein auf Kirche und Staat, auf die Prägung durch das Christentum und auf die herrschenden Eliten richten.
Denn zu den wichtigen und zugleich häufig übersehenen Akteuren geistiger und kultureller Entwicklungen in dieser Zeit gehöre das Judentum - als Kreativ- und Initiativkraft ebenso wie als Opfer schrecklicher Pogrome, im Mikrokosmos der städtischen und staatlichen Gebilde wie im gesamten europäischen Kontext, erklärte der rheinland-pfälzische Kultur-Staatssekretär.
Die Ausstellung präsentiere einen Themenbereich, der erstmals das europäische Judentum, seine Kultur, sein religiöses Selbstverständnis, seine Selbstsicht und Lebensstrategien in der Zeit von etwa 1000 bis 1500 in den jüdischen Traditionskreisen am Rhein (Aschkenas) und auf der iberischen Halbinsel (Sepharad) gleichwertig beleuchte.
Dass die Staatsoberhäupter Spaniens und Deutschlands, König Juan Carlos und Bundespräsident Dr. Horst Köhler, die Schirmherrschaft übernommen hätten, unterstreiche die Einzigartigkeit und europäische Dimension des Ausstellungsprojekts.
Hoffnungsfroh stimmt Härtel das wachsende jüdische Leben in Rheinland-Pfalz und anderen Teilen Deutschlands. Vor 20 Jahren habe dies wohl kaum jemand erwartet. "Damals gab es in Rheinland-Pfalz nur noch 500 Juden, heute sind es 3.000", erklärte der Staatssekretär.
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