Keine Entwarnung für den Ausbildungsstellenmarkt

Angesichts der weiter angespannten Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt sieht der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Ulrich Kasparick den Nationalen Ausbildungspakt vor einer Bewährungsprobe.

05.10.2004 Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung

"Wir müssen jetzt alle Potenziale für die Nachvermittlung nutzen", sagte Kasparick anlässlich der am Dienstag von der Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlichten Bilanz des Ausbildungsjahres 2003/2004 in Berlin. "Es gibt noch keine Entwarnung für den Ausbildungsstellenmarkt."

Nach den Zahlen der BA stehen zurzeit 44.500 noch unvermittelten Bewerbern rund 13.400 unbesetzte betriebliche Ausbildungsstellen gegenüber. Rechnerisch fehlten damit Ende September noch 31.200 Plätze. Zugleich registrierten Industrie und Handel sowie Handwerk insgesamt 13.200 und damit 3,1 Prozent mehr abgeschlossene Ausbildungsverträge in ihrem Bereich als im Vorjahr.

Kasparick verwies darauf, dass die Wirtschaft im eigenen Interesse gefordert bleibe, ihre Ausbildungsanstrengungen nochmals spürbar zu steigern. Nur so sei das gemeinsam vereinbarte Ziel zu erreichen, jedem ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen bis zum Jahresende ein Angebot auf Ausbildung zu machen. "Nur wenn uns das gelingt, können wir die mittelfristig drohende Fachkräftelücke vermeiden", sagte Kasparick. Er rief zugleich die Jugendlichen auf, sich aktiv an den Angeboten der Agenturen für Arbeit und der Kammern zu beteiligen.

Im Rahmen der Nachvermittlung sollen die derzeit 13.400 noch bei der BA gemeldeten unbesetzten Ausbildungsplätze verstärkt beworben werden. Hinzu kommen rund 14.000 noch einsetzbare, öffentlich geförderte außerbetriebliche oder über Bundes- und Länderprogramme getragene Ausbildungsplatzangebote zum Einsatz. Daneben werden bis zu 25.000 Plätze für eine Einstiegsqualifizierung bereitgestellt, die insbesondere von den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern eigens akquiriert werden.

Kasparick setzt zudem auf die erfolgreichen Strukturprogramme des BMBF. Dazu zähle insbesondere die Förderung von Ausbildungsverbünden in West- und Ostdeutschland und die Gewinnung ausländischer Unternehmer für die Ausbildung. Auch der Einsatz von Ausbildungsplatzentwicklern und Branchenkampagnen in neuen Wachstumsbranchen solle in den nächsten Monaten einen sichtbaren Beitrag zur Verbesserung der Ausbildungssituation leisten. Zudem werde die Bundesregierung ihre eigenen Ausbildungsleistungen in der Bundesverwaltung deutlich erhöhen.


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