Frau + Wirtschaft

"Koordinierungsstelle Frau + Wirtschaft im Landkreis Nienburg" hat Arbeit aufgenommen

Büro und Beratungsraum sind eingerichtet, das Corporate Design fertig und die ersten Flyer im Druck – nun sind die ersten konkreten Projekte auf dem Weg: Im Januar hat die `Koordinierungsstelle Frau + Wirtschaft` ihre Arbeit im Landkreis Nienburg aufgenommen.

22.03.2010 Pressemeldung Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. - VNB

"Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft" heißt das Förderprogramm des Niedersächsischen Landesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das die Einrichtung regionaler Koordinierungsstellen zur Förderung der Frauenerwerbsarbeit durch qualifizierte Träger fördert.

Das Projekt wird finanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Niedersachsen – sowie einem Eigenantail des Trägers von mindestens einem Viertel der Gesamtsumme.

Damit ist im Landkreis Nienburg die 20. Koordinierungsstelle in Niedersachsen installiert – in Trägerschaft und Projektverantwortung des Vereins Niedersächsischer Bildungsinitiativen VNB e.V.. Der VNB, Landeseinrichtung der niedersächsischen Erwachsenenbildung und professioneller Dienstleister u.a. in den Bereichen Berufliche Qualifizierung und Beratung von Frauen, kooperiert bereits seit zehn Jahren mit dem Frauen-Stadthaus in der Region Nienburg, wo die Koordinierungsstelle nun auch ihre Geschäfts- und Beratungsräume angemietet hat.

"Durch unsere erfolgreiche Zusammenarbeit im Weiterbildungsbereich ist ein tragfähiges Netzwerk mit erwerbstätigen und –suchenden Frauen, mit Betrieben aus Mittelstand und Sozialwirtschaft sowie lokalen Akteurinnen und Akteuren entstanden, das eine ideale Grundlage für die Arbeit der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft bildet" so VNB-Geschäftsführer Hans Weinert.

Im Sommer 2009 hatte Ulla Althoff als Mitarbeiterin der VNB-Geschäftsstelle Hannover ein entsprechendes Konzept für die Region Nienburg entwickelt und einen Antrag auf Förderung gestellt (wir berichteten darüber) – im November wurde das innovative Konzept anerkannt und die Einrichtung der Koordinierungsstelle im Landkreis Nienburg ab Januar 2010 bewilligt.

"Ein großartiger Erfolg für die Region" so Ulla Althoff, die die Leitung der Koordinierungsstelle für den VNB in Nienburg übernommen hat. "Viele regionale Kooperationspartner/innen haben durch ihre Unterstützung daran mitgewirkt, dass die Koordinierungsstelle in den nächsten Jahren in einem verlässlichen Netzwerk eine gute Arbeit machen kann – allen voran die Wirtschaftsförderung im Landkreis Nienburg/Weser GmbH WIN, deren Geschäftsführerin Uta Kupsch bereits zum Antrag in 2009 eine finanzielle Beteiligung des Landkreises klarlegte.

"Besonders gut finde ich das Ziel der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft im Landkreis Nienburg, ein Brücken-Coaching für Mädchen und junge Frauen anzubieten, die nach ihrem Schulabschluss keinen Ausbildungsplatz und keine Erwerbstätigkeit finden", betont Frauenministerin Mechthild Ross-Luttmann in einer Pressemitteilung des Ministeriums. Die neue Koordinierungsstelle in Nienburg wolle Wirtschaftsunternehmen dazu bewegen, einen Ausbildungsplatz für diese Zielgruppe zu ermöglichen. Die jungen Frauen sollen im Prozess der Bewerbung und während der ersten drei Monate begleitet werden und im Betrieb eine Patin oder einen Paten als fördernde Begleitung erhalten. "Es liegt mir besonders am Herzen, dass gerade diesen jungen Frauen die Möglichkeit geboten wird, sich selbst eine Zukunftsperspektive zu schaffen" so die Ministerin.

Das Potential von Frauen am Arbeitsmarkt besser zu nutzen, ist angesichts des sich in verschiedenen Branchen abzeichnenden Fachkräftemangels eine wichtige Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Nach wie vor sind es die Frauen, die die Hauptlast von Familien- und Hausarbeit tragen. Durch familienbedingte berufliche Auszeiten und Teilzeittätigkeiten haben sie es deutlich schwerer als Männer, Aufstiegschancen zu nutzen und beruflich erfolgreich zu sein. Deshalb ist eine frauenspezifische Unterstützung beim Wiedereinstieg in den Beruf ebenso wichtig wie Qualifizierungsmaßnahmen und familienfreundliche Strukturen in Unternehmen für Frauen in der Familienphase. "Im Hinblick auf ihre Berufstätigkeit haben Männer die Familie im Rücken - Frauen aber meist im Nacken" weiß Petra Bauer, die in der Koordinierungsstelle in den Bereichen Beratung, Coaching und Berufs- und Lebenszielplanung arbeitet und zusammen mit Ulla Althoff Projekte für die Region entwickelt.

Die Koordinierungsstellen tragen dazu bei, Arbeitsmarktprobleme von Frauen, Berufsrückkehrerinnen sowie Beschäftigten in Elternzeit abzubauen und gleichzeitig den regionalen Betrieben Wege aufzuzeigen, familienfreundliche Arbeitsbedingungen umzusetzen, um qualifizierte Arbeitskräfte in der Region zu halten und wichtiges Innovationspotential nicht zu verlieren. Sie organisieren Netzwerke aus vorrangig kleinen und mittleren Unternehmen und beraten Arbeit suchende Frauen, damit diese passgenaue Angebote für ihren beruflichen Ein- und Aufstieg erhalten. Davon profitieren beide Seiten: Die Unternehmen halten und gewinnen hoch motivierte Arbeitskräfte; die Frauen finden leichter den beruflichen (Wieder-)Einstieg in qualifizierte Positionen.

Neben verschiedenen Beratungsfeldern ist ein weiteres originäres Arbeitsfeld die betriebliche Förderung von Frauen im Rahmen der Arbeit eines sog. Überbetrieblichen Verbundes, der sich aus Unternehmen und Organisationen der Region Nienburg zusammensetzen und im Verlauf des Projekts als Verein gegründet werden soll - sowie die Unterstützung der Unternehmen bei der Umsetzung von familienfreundlichen Maßnahmen und Arbeitsbedingungen und die berufliche Förderung von Frauen durch Beratung und Qualifikation.

Bei ihrer Arbeit werden Ulla Althoff und Petra Bauer unterstützt von zwei weiteren Mitarbeiterinnen im verwalterischen Bereich – Pamela Krieger ist in der Geschäftsstelle von Frau + Wirtschaft mit einer einer halben Stelle für die Arbeitsbereiche Informations- und Büromanagement angestellt – und Lilli Friesen im Bereich Finanzen und Projektabrechnung.

Am 12. März fand in den neuen Geschäftsräumen im Frauen-Stadthaus in der Neuen Straße 33 in Nienburg der offizielle Eröffnungempfang statt, zu dem Vertreter/innen des Nds. Landesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der NBank sowie der Wirtschaftsförderung, Berufs- und Interessensverbände, Kooperationspartner/innen und Kreis-Nienburger Unternehmen geladen sind. Den Landkreis Nienburg werden Landrat Heinrich Eggers sowie die Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung im Landkreis Nienburg/Weser WIN, Uta Kupsch vertreten und die Stadt Nienburg Bürgermeister Henning Onkes.

Das Büro der Koordinierungsstelle ist von Montags bis Donnerstags von 9:00-13:00 Uhr geöffnet und unter der Nummer 0 50 21 . 922 91 95 erreichbar.


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