"Kulturtourismusprojekt" gewinnt Weiterbildungspreis des Landes Brandenburg 2004

Im Brandenburgsaal der Staatskanzlei wurde heute der 2. Weiterbildungspreis des Landes Brandenburg durch Bildungsminister Reiche vergeben. 18 Einreichungen hatten sich für die Auszeichnung beworben. Unter Schirmherrschaft von Landtagspräsident Dr. Knoblich wurden im Rahmen des Wettbewerbs innovative Modelle und Projekte im Bereich der Weiterbildung im Land Brandenburg gesucht. Aufgrund der Qualität der eingereichten Projekte entschloss sich die Jury beim diesjährigen Wettbewerb neben dem Siegerprojekt zwei weitere Projekte mit Ehrenplätzen zu würdigen.

26.05.2004 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Träger des Weiterbildungspreises wurde das Projekt "Kulturtourismus Brandenburg - Ein Lehrgang in sechs Teilen. Neue Wege der Kooperation". Hauptanliegen dieses Projektes ist es, Synergieeffekte durch Vernetzung der Bereiche Kultur, Tourismus und Verwaltung herzustellen. Das Projekt der Fachhochschule Potsdam und des bbw Bildungswerks der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg wurde unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Hermann Voesgen, Studiengang Kulturarbeit der Fachhochschule Potsdam, in Kooperation mit der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH und Kulturland Brandenburg e.V. entwickelt. Die assoziierten Partner Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Krongut Bornstedt, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und Seminaris SeeHotel Potsdam stellten ihre Häuser für Weiterbildungsveranstaltungen zur Verfügung und gaben konkrete Einblicke in die Praxis. Ziel des Projektes ist es, die Wachstumsperspektiven für das Land Brandenburg durch einen qualifizierten Ausbau kulturtouristischer Projekte zu stärken. Von November 2003 bis April 2004 erwarben die Teilnehmenden in sechs Weiterbildungsmodulen professionelles Handwerkszeug für die Entwicklung, Vermarktung und Durchführung kulturtouristischer Projekte für die Region. Die Seminare vermittelten einschlägige Kenntnisse etwa zu Tourismusmarketing und Projektmanagement, zu Werbung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie zu rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen und sensibilisierten für kulturhistorische Besonderheiten, regionale Stärken und Schwächen und auch für die Bedarfe und Wünsche von Kulturtouristen.

"Das ist ein würdiger Preisträger, der mit seinem Projekt versteckte Potenziale des Landes erschließt", sagt Bildungsminister Steffen Reiche. "Erstaunlich erscheint mir die Feststellung der Preisträger, dass es zwar bereichsweise Zusammenschlüsse gibt - etwa bei Tourismusvereinen oder bei Kulturämtern -, kaum aber bereichsübergreifende Kommunikation, Programmabstimmung oder die gegenseitige Nutzung von Ressourcen. Damit die drei Bereiche Kultur, Tourismus und Verwaltung wirksam ineinander greifen, musste hier angesetzt werden."

Einer der Ehrenplätze ging an das Projekt mit dem Titel "Polnische Kunden gewinnen und binden" des Bildungszentrums des Handels, in Frankfurt (Oder). Es widmet sich der besseren Verständigung und dem besseren Verständnis zwischen Polen und Deutschen. Grundlage des Projekts ist eine Vorstellung, die viele Menschen teilen; dass nämlich Kundengespräche sich an den Bedürfnissen der Kundschaft orientieren und Verkaufspersonal nicht nur fachkundig, sondern auch menschlich und sprachlich in der Lage sein sollte, die Kundenerwartungen zu erkennen und angemessen zu reagieren.

Das Bildungszentrum des Handels bietet seine Seminarreihe in vier Städten der Grenzregion an. Zu den Kernbestandteilen der Bildungsmaßnahmen gehören Informationen zur polnischen Geschichte und Kultur, Kommunikations- und Verhaltenstechniken, Ermittlung von Erwartungen und Bedürfnissen sowie Kundenpflege. Durch die Seminare haben sich bereits erste Erfolge eingestellt. Die Kundenzufriedenheit und die Kompetenzen des Verkaufspersonals sind bei den teilnehmenden Handelsunternehmen spürbar gewachsen Einen Ehrenplatz erhielt auch das Projekt "Tischlermeisterausbildung" des Überbetrieblichen Ausbildungszentrums Bauwirtschaft Frankfurt (Oder) - Wriezen (ÜAZ). Die Projektidee entstand aus einer Notlage heraus: Nach anhaltendem Rückgang der Teilnehmerzahlen im ÜAZ über einige Jahre gab es im September 2002 schließlich nur noch 8 Anmeldungen. Das ÜAZ suchte eine Lösung, um den wenigen Bewerbern die Möglichkeit der Ausbildung und damit eine Chance zur Betriebsgründung zu geben. Der einzige Weg zur Lösung des Problems lag in der gründlichen Umstrukturierung der Organisations- und Lernform. Innerhalb kurzer Zeit musste ein neues Ausbildungsmodell geschaffen und getestet werden, das neben dem Präsenzunterricht auch netzgestützten, praxisorientierten Unterricht mit modernen Medien (Internet) anbietet. Dadurch wurde einerseits eine kostendeckende Ausbildung für kleine Gruppen ermöglicht; andererseits verlangte der intensive Umgang mit modernen Kommunikationstechniken den handwerklichen Kleinunternehmern ein hohes Maß an Aufgeschlossenheit, Selbstlernbereitschaft und Stehvermögen ab. Zum Ende des Projekts standen beide Lernformen ergänzend nebeneinander und es zeigte sich, dass die Mischform sich schließlich bewährt hat. Diese Art der Meisterausbildung hat sich deshalb auch in IT-fernen Handwerksberufen als sinnvoll erwiesen.

Ansprechpartner für das Siegerprojekt:

Herr Prof. Dr. Herrmann Voesgen
Tel.: 0331/5801600

Frau Christa Heinrich
Tel.: 0331/5802430

Frau Heike Muß
Tel.: 030/31005130


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