BAföG

"Meister-BAföG" – das BAföG, das nicht nur künftigen Meistern beim Aufstieg hilft

(red/pm). Endlich hält man es in den Händen: das Abschlusszeugnis! Die Ausbildung ist geschafft, nun kann man im gelernten Beruf richtig durchstarten. Wer danach noch höher hinaus will, für den ist eine Aufstiegsfortbildung genau das Richtige. Finanzielle Unterstützung kommt vom Staat. Mit dem sogenannten "Meister-BAföG".

18.12.2012 Artikel

Anders als der Name vermuten lässt, kommt das Meister-BAföG nicht nur Meisterschülern zugute, sondern auch den Teilnehmenden an vielen anderen Aufstiegsfortbildungen. Gefördert werden alle Maßnahmen, die diesem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz entsprechen – etwa die Aufstiegsfortbildung zum Techniker, zur Fachkauffrau, zum Fachkrankenpfleger, zur Programmiererin, zum Betriebsinformatiker oder zur Betriebswirtin. Die Förderung besteht aus Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen. Familien und Alleinerziehende werden dabei besonders berücksichtigt. Belohnt wird auch der Erfolg: Wer die Prüfung besteht, muss nur drei Viertel seines Maßnahmedarlehens zurückzahlen. Gründet oder übernimmt man ein Unternehmen und schafft Arbeitsplätze, wird dies mit einem weiteren Darlehenserlass belohnt. Weiterbildung per Meister-BAföG liegt im Trend: Mehr als 160.000 Förderberechtigte haben 2011 die Förderung für ihre Aufstiegsfortbildung in Anspruch genommen. Drei Beispiele zeigen wie es geht.

Traumberuf am Beckenrand

Für Lars Schlotter aus Montabaur gehört Schwimmen zum Traumberuf. Gleich nach der Realschule absolvierte er seine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe. Das sogenannte "Meister-BAföG" hilft ihm jetzt bei der Aufstiegsfortbildung zum Meister. Der Job am Beckenrand ist abwechslungsreicher als viele denken: "Geprüfte Meister für Bäderbetriebe" haben nicht nur eine weltweit einzigartige Ausbildung absolviert. Sie kontrollieren ein erstaunlich komplexes System aus Belüftungen, Pumpen und Motoren und sind für die Bädersicherheit verantwortlich. Das Meister-BAföG kann er sehr gut gebrauchen: "Die Finanzspritze unterstützt mich beim dafür notwendigen Vorbereitungslehrgang. Das ist eine Riesenentlastung auch für meine Familie." Lars Schlotter freut sich vor allem auf ein Plus an Verantwortung im Beruf. "Das treibt mich an", sagt der junge Familienvater, "und die Unterstützung durch meine Frau".

Per "Meister-BAföG" ins Finanzmanagement

Julia Zimmer ist die Jüngste in ihrem Weiterbildungslehrgang. Die 23-jährige Bankkauffrau aus Bad Segeberg steht kurz vor ihrem Abschluss zur geprüften Wirtschaftsfachwirtin. Zwei Jahre lang hat sie dafür parallel zur Arbeit gepaukt. "Das ist schon sehr anstrengend, aber es lohnt sich", sagt Julia Zimmer. Ein Lehrer hatte sie auf das Meister-BAföG aufmerksam gemacht. Sie hat damals sofort ihren Antrag gestellt. Viele im Kurs wussten gar nicht, dass so etwas möglich ist, wundert sie sich. Die Aufstiegsfortbildung hilft ihr dabei, sich über den Bankenbereich hinaus für einen Job im Finanzmanagement zu qualifizieren. Julia Zimmer plant auch schon ihre nächste Weiterbildung zur IHK-geprüften Betriebswirtin. "Damit habe ich natürlich noch ganz andere Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt", ist sie überzeugt.

Nachwuchsförderung für Spitzentalente

Eigentlich wollte Manuel Philipp aus dem mittelfränkischen Burgsalach schon nach dem Realschulabschluss eine Lehre zum Uhrmacher beginnen. Doch weil in seiner Region kein Betrieb dazu ausbildete, musste ein Plan B her: Er schloss eine Ausbildung zum Bankkaufmann ab. "Die Idee, auf handwerklich höchstem Präzisionsniveau zu arbeiten, hat mich aber nie ganz losgelassen", sagt er. Als ein Juwelier in Weißenburg einen Azubi suchte, zögerte er nicht lange und bewarb sich. Inzwischen gilt er als einer der besten deutschen Nachwuchsuhrmacher, ausgezeichnet vom Zentralverband des Deutschen Handwerks. Bei seinem weiteren beruflichen Werdegang hat ihm das sogenannte "Meister-BAföG" weitergeholfen. Gerade hat der 24-Jährige seinen Meisterbrief entgegen genommen und mit ihm eine weitere Auszeichnung: den Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung. Das nächste Ziel hat der Uhrenliebhaber auch schon vor Augen: die Ausbildung zum Restaurator im Uhrmacherhandwerk.

Mehr Informationen

Mehr zum sogenannten "Meister-BAföG" gibt es auf der Website des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie unter www.praktisch-unschlagbar.de/content/1036.php oder auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter [www.meister- bafoeg.info/de/36.php](http://www.meister- bafoeg.info/de/36.php).

Informationen zur beruflichen Weiterbildung sowie zu den Förderprogrammen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung: www.praktisch-unschlagbar.de/weiterbildung.
Aktuelles zur Informationsoffensive "Berufliche Bildung – praktisch unschlagbar": www.facebook.com/PraktischUnschlagbar.


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