Neues Festival "RheinVokal" in der Region Mittelrhein bietet Vokalmusik auf höchstem Niveau

Kommunen in der Region Mittelrhein, die Landesstiftung Villa Musica und der SWR heben im nächsten Jahr mit Unterstützung des Landes ein neues Musikfestival aus der Taufe. Unter dem Titel "RheinVokal" wird an attraktiven Spielorten im Welterbegebiet und angrenzenden Regionen Vokalmusik auf höchstem Niveau dargeboten.

24.09.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

"Mit dem Qualitätsanspruch dieses Festivals setzen wir einen kulturpolitischen Akzent, der unserem Land gut zu Gesicht steht und der darüber hinaus zur Belebung einer gesamten Region beitragen kann", sagte Professor Dr. E. Jürgen Zöllner, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, bei einer Pressekonferenz in Mainz. Mit ihr wurde die Struktur und die kulturpolitische Bedeutung von "RheinVokal" der Öffentlichkeit vorgestellt.

Von 2005 an soll das neue Festival Musikfreunde aus nah und fern jedes Jahr zwischen Mitte Juni bis Mitte Juli in die Region Mittelrhein führen. In rund 20 Konzerten soll ihnen Vokalmusik in allen Facetten dargeboten werden - vom Mittelalter bis zur Gegenwart, vom Sologesang bis zum Chorkonzert.

Der Schwerpunkt Vokalmusik hängt auch mit den Räumen zusammen, in denen das Festival stattfinden wird. Es sind Kirchen der mittelalterlichen Romanik, Schlösser und Villen des 18. und 19. Jahrhunderts sowie Kurhäuser aus der Gründerzeit. Bislang stehen folgende Spielorte fest: Andernach (Liebfrauenkirche), Bad Neuenahr-Ahrweiler (Theater im Kurhaus), Verbandsgemeinde Brohltal (Klosterkirche Maria Laach), Neuwied (Abteikirche Rommersdorf und Schloss Engers), Bad Ems (Kursaal), Boppard (St. Severus) und Bingen (Villa Sachsen). Die Kommunen haben sich im "Verein zur Förderung der Veranstaltungsreihe RheinVokal e.V." zusammengeschlossen.

Träger und Veranstalter des Festivals ist eine gemeinnützige GmbH mit dem Titel "RheinVokal - Festival am Mittelrhein". Gesellschafter sind der "Verein zur Förderung der Veranstaltungsreihe RheinVokal e.V.", der SWR und die Villa Musica (für das Land Rheinland-Pfalz).

Zur Finanzierung des Festivals tragen die Gesellschafter der gGmbH bei. Das Gesamtbudget für 2005 umfasst 500.000 ?. Je 100.000? kommen vom Verein der Kommunen und vom SWR. Die Landesstiftung Villa Musica investiert in das Festival Know-how und Personal. Vom Land erhält das Festival einen Zuschuss aus dem Programm "Theater, Tanz und Musik in Rheinland-Pfalz"(TTM). Der restliche Betrag wird über Karteneinnahmen und Sponsoring finanziert.

Für Kulturminister Zöllner macht ein anspruchsvolles Festival wie RheinVokal auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Sinn. "Ein Land wie Rheinland-Pfalz muss den Anspruch haben, auch in der Kultur über seine Grenzen hinaus wahrgenommen zu werden. Dazu ist RheinVokal hervorragend geeignet", sagte Zöllner. Er verwies darauf, dass es nach der Fusion von SWF und SDR seit langem Wunsch des Landes und des SWR gewesen sei, ein Musikfestival mit überregionaler Ausstrahlung in Rheinland-Pfalz zu etablieren.

Der Minister betonte, dass die Gründung von RheinVokal nicht zu Lasten der Breite gehe. "Wir können guten Gewissens ein solches Exzellenzprojekt initiieren, weil wir die Förderung der kulturellen Breitenarbeit sichergestellt und ausgeweitet haben", erklärte Zöllner und verwies beispielhaft auf die deutlich erhöhten Zuwendungen des Landes für die Musikschulen. Im Übrigen seien Breiten- und Spitzenförderung keine Gegensätze, sondern ergänzten einander.

"Der Südwestrundfunk erweitert sein öffentliches kulturelles Engagement in Rheinland-Pfalz. Er prägt das kulturelle Leben im Land und bildet dies in seinen Programmen ab", kündigte SWR-Hörfunkdirektor Bernhard Hermann an. Der SWR freue sich, dass mit "RheinVokal" ein ambitioniertes Festival entstehe. Sein Haus werde ein Großteil der in der Region Mittelrhein veranstalteten Konzerte dieser Reihe in seinem Kulturprogramm SWR 2 senden und diese auch national wie international anderen Rundfunkanstalten zugänglich machen.

"Wir wollen helfen, dass das kulturelle Leben in Rheinland-Pfalz weit über die Landesgrenzen hinaus ausstrahlen wird", sagte Hermann. Das Festival "RheinVokal" biete dafür gute Voraussetzungen, so der Hörfunkdirektor.

"Die geschlossene inhaltliche Konzeption und die Tatsache, dass mindestens Dreiviertel des Festivals vom SWR live übertragen beziehungweise mitgeschnitten werden, verleihen RheinVokal von vornherein einen Charakter, wie ihn bislang kein Festival in Rheinland-Pfalz aufzuweisen hat", stellte Kultur-Staatssekretär Roland Härtel heraus.

Auftritte der Klangkörper des SWR seien für das Festival ebenso zentral wie die Einbindung der Landesorchester aus Rheinland-Pfalz - natürlich in Programmen, die den Gesang in den Vordergrund stellen.

Kultur-Staatssekretär Härtel, der zugleich Vorstandsvorsitzender der Villa Musica ist, betonte, dass das Festival von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Villa Musica und des SWR im Auftrag der Festival-gGmbH organisiert und durchgeführt werde. "Zusätzliche Mitarbeiter wurden nicht eingestellt", so Härtel. Die Geschäftsführung sei von den Gesellschaftern der gGmbH an Frau Dr. Heidrun Miller übertragen worden.

Härtel kündigte an, dass weitere Details zur künstlerischen Konzeption von "RheinVokal" und die Programmpunkte für das erste Jahr 2005 bei einer Programm-Pressekonferenz Ende November mitgeteilt würden.

Impulse für die gesamte Region verspricht sich Neuwieds Oberbürgermeister Nikolaus Roth von "RheinVokal". "Wir erleben in unserer Region zurzeit einen ausgesprochen dynamischen Entwicklungsprozess, der durch Attraktionen wie das Welterbe und durch bedeutende Einrichtungen wie zum Beispiel die Villa Musica und die Landesmusikakademie in Neuwied-Engers oder dem Vulkan-Park in der Eifel maßgeblich unterstützt wird beziehungsweise überhaupt erst möglich wurde", erklärte der Oberbürgermeister, der Vorsitzender des "Verein zur Förderung der Veranstaltungsreihe RheinVokal e.V." ist.

Er sei überzeugt davon, dass das neue Festival die Mittelrhein-Region "noch stärker als Kultur-Region ins Bewusstsein rücken und so wichtige Impulse für den Kulturtourismus geben und somit den Fremdenverkehr am Rhein insgesamt nachhaltig fördern" werde.

Die Gründung des Fördervereins, das harmonische Miteinander sowie Atmosphäre und Stil der bisherigen Arbeit sei ein hervorragendes Beispiel für interkommunale Kooperation, lobte Roth. "Ich gehe davon aus, dass dies eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit sein wird, die deutlich macht, was im Verbund der Kommunen einer Region möglich ist und daher auch für andere Bereiche empfohlen werden kann", so der Neuwieder Oberbürgermeister.

Info:

Infos zu "RheinVokal" gibt´s auch im Internet:

www.rheinvokal.de


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