SPD-Bildungssprecher Pfaffmann teilt Kritik der Wirtschaft an Ausbildungsfähigkeit deutscher Schulabgänger
Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Hans-Ulrich Pfaffmann sieht sich durch die heute veröffentlichte Kritik des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) an der Ausbildungsfähigkeit deutscher Schulabgänger bestätigt. Dieser hatte bei einer Umfrage in Betrieben ermittelt, dass etwa jeder fünfte Schulabgänger nicht ausbildungsfähig ist.
08.04.2010 Pressemeldung Sozialdemokratische Partei DeutschlandsPfaffmann: "Deckt sich mit unseren Feststellungen in den Schulen. Sozial- und Grundkompetenzen von Schulabgängern nehmen dramatisch ab, zum Beispiel Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Teamfähigkeit und die Fähigkeit, Probleme zu lösen." Der Vorsitzende des Bildungsausschusses im Landtag sieht den Grund dafür in einer zu stark auf Selektion ausgelegten Schule, in der nicht mehr das Lernen im Mittelpunkt steht, sondern die sklavische Erfüllung des Lehrplans das wichtigste Ziel ist. Pfaffmann: "Das sehe ich besonders in Bayern als Problem und das ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Schulpolitik in Bayern rückwärtsgewandt ist."
Zur Lösung des Problems schlägt der Bildungspolitiker bundesweite Standards in der Bildungspolitik vor. Es sei zwingend erforderlich, die Lernziele in den Fächern Mathematik und Deutsch bundesweit festzulegen und darüber hinaus die Sozialkompetenzen in bundesweiten Bildungszielen zu definieren. Dies bedeute auch, dass definierte Bildungsziele an Ländergrenzen nicht mehr scheitern dürfen. "Dies ist auch ein klarer Auftrag an den derzeitigen Präsidenten der Kultusministerkonferenz, Ludwig Spaenle, hier einen bildungspolitischen Schwerpunkt zu setzen. Es kann nicht um Eitelkeiten in der Zuständigkeit der Länder gehen – im Mittelpunkt müssen die Ausbildungsfähigkeit und somit die Zukunftschancen der jungen Menschen stehen", erklärt Pfaffmann. Eine Umkehr fordert der Vorsitzende des Bildungsausschusses im Landtag in der bayerischen Schulpolitik: Er appelliert an die Staatsregierung, die schärfste Selektion in Deutschland an Bayerns Schulen zugunsten einer ganzheitlichen Schulpolitik zu beenden. "Ansonsten laufen wir Gefahr, den Anschluss an die internationale Konkurrenz zu verlieren", so der Münchner Abgeordnete.
Keine Kommentare vorhanden