Staatsministerin Maria Böhmer: "Die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen drängt"

Staatsministerin Maria Böhmer hat dazu aufgefordert, die bessere Anerkennung von im Ausland erworbenen akademischen und beruflichen Abschlüssen schnellstmöglich zu Beginn der nächsten Wahlperiode anzugehen.

30.06.2009 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

"Eine gesetzliche Regelung für Anerkennungsverfahren muss für die nächste Bundesregierung eine vordringliche Aufgabe sein. Entsprechende Eckpunkte liegen bereits seit zwei Wochen auf dem Tisch", erklärte Böhmer am Rande einer OECDKonferenz in Paris zur Situation von Zuwanderern auf dem Arbeitsmarkt.

Mitte Juni hatte die Integrationsbeauftragte gemeinsam mit der Bundesbildungsministerin ein Eckpunktepapier vorgelegt, das auch der Bundesinnen und der Bundeswirtschaftsminister mit verfasst hatten. Böhmer: "Wir müssen die Potentiale von Menschen nutzen, deren berufliche Qualifikation bislang nicht anerkannt ist. Das gilt beispielsweise für etwa 500.000 zugewanderte Akademiker in Deutschland."

"Zudem müssen wir verstärkt die Potentiale der jungen Migranten erschließen, die sich noch auf ihrem Bildungsweg befinden", ergänze die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. Bei ihnen sei es sehr wichtig, die Ausbildungsfähigkeit zu erhöhen. "Entscheidend ist dabei die Mitwirkung der Eltern. Der Bildungserfolg der Kinder hängt sehr stark vom Bildungsstand und der Bildungserwartung der Eltern ab. Es ist notwendig, dass die Eltern mit ihren Kindern zuhause Deutsch sprechen. Die Beherrschung der deutschen Sprache ist die Grundvoraussetzung für Integration. Zudem muss jeder wissen: Bildung hat eine hohen Stellenwert in unserem Land", betonte Böhmer.

Die Staatsministerin verwies auf ein Bündel von Maßnahmen, das junge Migranten beim Bildungserwerb unterstützt, unter anderem:

  • eine frühe Berufsorientierung durch die Bundesagentur für Arbeit in den Schulen
  • eine Einstiegsqualifizierung oder ein besonderes betriebliches Praktikum für benachteiligte Jugendliche
  • die Begleitung von jungen Migranten beim Übergang von der Schule in den Beruf durch "ganzheitliche Integrationscoaches"
  • der verstärkte Einsatz von ehrenamtlichen Bildungspaten, die Jugendliche beim Lernen und bei der Berufsorientierung unterstützen

Staatsministerin Böhmer rief dazu auf, die Bemühungen für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt zu verstärken.


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