Wirtschaftsminister Austermann: Ausbildung der deutschen Seeschifffahrt auf Erfolgskurs
Wer in der Schifffahrt ein gutes Ausbildungsangebot sucht, ist in Schleswig-Holstein zunehmend an der richtigen Adresse. Die Angebote an der Schleswig-Holsteinischen Seemannsschule in Lübeck-Travemünde, an der Fachhochschule Flensburg und an der Fachschule für Seefahrt in Flensburg sollen quantitativ und qualitativ ausgebaut werden. Dazu sollen verstärkt auch Gelder der maritimen Wirtschaft eingesetzt werden.
08.01.2007 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-HolsteinWirtschaftsminister Dietrich Austermann begrüßte in diesem Zusammenhang die Ankündigung des Verbandes Deutscher Reeder vom Dezember 2006, über 50 Prozent der Jahresmitgliedsbeiträge, die sich derzeit auf 3,5 Millionen Euro belaufen, für Ausbildungszwecke zur Verfügung zu stellen, und legte ein Konzept für die Stärkung der maritimen Ausbildungsgänge in Schleswig-Holstein vor.
Danach besteht Bedarf für:
- zwei Stiftungsprofessuren eines neu einzurichtenden Studiengangs "Seeverkehr / Nautik und Logistik" an der Fachhochschule in Flensburg,
- eine zusätzliche Lehrkraft an der Schleswig-Holsteinischen Seemannsschule in Lübeck-Travemünde und
- 1,5 zusätzliche Stellen für den neuen Ausbildungsgang "Schiffsbetriebstechnischer Assistent" an der Fachschule für Seefahrt in Flensburg.
An der Fachhochschule Flensburg soll mit Unterstützung Hamburgs ein neuer 8-semestriger Bachelor-Studiengang "Seeverkehr / Nautik und Logistik" ab dem Wintersemester 2007/08 eingerichtet werden und 40 Studienanfängern die Möglichkeit geben, dort zu studieren. Dafür sind zwei Stiftungsprofessuren erforderlich. Für eine solche Professur hat die Reederei Hamburg-Süd jetzt eine Finanzierung für drei Jahre zugesagt. "Dieses private Engagement ist beispielhaft", so Minister Austermann. "Ich fordere andere Reedereien auf, ebenfalls darüber nachzudenken, sich für die zweite Stiftungsprofessur zu engagieren, denn nur mit beiden Professuren werden wir den Studiengang einrichten können."
Die Schleswig-Holsteinische Seemannsschule in Lübeck bildet Schiffsmechaniker aus und hat die Grenze ihrer Auslastung erreicht. Auf dem Priwall sind allein die Zahlen der Auszubildenden von 221 im Jahre 1995 auf 343 im Jahre 2005 gestiegen. Hinzu kommen die Teilnehmer an der Überbetrieblichen Ausbildung sowie an Fort- und Weiterbildungslehrgängen. 2006 konnte wegen Lehrkräftemangel nicht allen Ausbildungsgängen das gewünschte Angebot zur Verfügung gestellt werden. Das soll sich mit der Einstellung einer zusätzlichen Lehrkraft ändern.
An der Fachschule für Seefahrt in Flensburg soll ab dem Schuljahr 2007/08 ein Ausbildungsgang für Schiffsbetriebstechnische Assistenten am Standort Flensburg angeboten werden. Diese Ausbildung entspricht der Schiffsmechanikerausbildung als Berufsfachschule.
"Rund 8,5 Prozent des Bruttosozialproduktes in Schleswig-Holstein werden von der maritimen Wirtschaft erwirtschaftet. Mit dem Nord-Ostsee-Kanal haben wir die längste künstliche Wasserstraße der Welt, auf der jährlich rund 90 Millionen Tonnen Ladung das Land passieren. Da ist es nur nahe liegend, auch die maritime Ausbildung in Schleswig-Holstein zu stärken. Wenn dies mit Unterstützung der Wirtschaft gelingt, haben wir gute Aussichten, die Ausbildungsangebote auch wirklich eng am Bedarf zu orientieren", so Austermann abschließend.
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