Zöllner ehrt Moraltheologe Johannes Reiter mit dem Verdienstkreuz am Bande

Der im rheinhessischen Appenheim lebende Moraltheologe Professor Dr. Johannes Reiter ist heute für seine bleibenden Verdienste um das Allgemeinwohl mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt worden.

24.08.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

Professor Dr. E. Jürgen Zöllner, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, überreichte Reiter die Auszeichnung, die auf Vorschlag des Ministerpräsidenten Kurt Beck vom Bundespräsidenten verliehen wird. "Die Früchte Ihrer Arbeit an der Universität und in zahlreichen Gremien kommen der Allgemeinheit in außergewöhnlichem Maße zugute", hob Zöllner in seiner Laudatio auf den Ordensträger hervor. Insbesondere dann, wenn man so hoch engagiert und kompetent arbeite und damit weit über den wissenschaftlichen Bereich hinaus wirke.

Das Engagement Reiters finde in Politik und Kirche gleichermaßen hohe Anerkennung und werde in schwierigen politischen und ethischen Diskussionen sehr geschätzt, unterstrich Zöllner. Als Sachverständiger seien das Wissen und der Rat des 1944 in Hausstadt an der Saar geborenen Reiter in zahlreichen universitären und außeruniversitären Gremien gefragt.

Besondere Stationen seiner wissenschaftlichen Vita umfassten beispielsweise den Ruf auf den Lehrstuhl für Moraltheologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, den er bis heute innehabe. Dort habe er sich als Dekan und Prodekan des Fachbereichs Katholische Theologie sowie als langjähriges Senatsmitglied verdient gemacht.

Die hohe Kompetenz Reiters als Moraltheologe sei sehr bald auch außerhalb der Hochschule gefragt gewesen. So sei er auf Bundesebene bereits zum dritten Mal seit 1984 sachverständiges Mitglied der Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages zu Fragen der Gentechnik, Medizin, Ethik und des Rechts gewesen. Darüber hinaus habe er beratende Funktionen in Gremien des Forschungs- und Verbraucherschutzministeriums inne, sei Mitglied im Rat für Forschung, Technologie und Innovation des Bundeskanzlers und seit 1995 bei der Zentralen Ethikkommission der Bundesärztekammer.

"Gesellschaft und Politik vertrauen Ihrem Sachverstand, aber auch die Kirche bindet Ihren theologisch-ethischen Rat ein", sagte Zöllner in seiner Laudatio weiter. Seit 1995 sei Reiter Mitglied der Deutschen Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz, seit 1996 der Päpstlichen Akademie für das Leben und erst vor wenigen Wochen sei er von Papst Johannes Paul II. in die Internationale Theologenkommission berufen worden, der weltweit nur 30 Mitglieder angehörten.

Mit Blick auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, um die sich Johannes Reiter außerdem in hohem Maße verdient gemacht habe, unterstrich Zöllner: "In der Begleitung Ihrer Promovenden zeigen Sie sich als ein Doktorvater, der aus eigener Erfahrung weiß, wie zäh, mühsam und langwierig Forschen und Studieren sein kann." Neben sieben erfolgreich abgeschlossenen Promotionen, die er bis heute betreut habe, seien unter seiner Professur nahezu 200 moraltheologische Diplom- und Examensarbeiten entstanden. "Es ist Ihnen immer ein großes Anliegen gewesen, nicht nur die Akademiker in ihren Studierstuben anzusprechen, sondern für Jedermann verständlich die wichtigen ethischen Fragen unserer Zeit darzustellen und zu diskutieren", würdigte Zöllner. Seine Veröffentlichungsliste umfasse mittlerweile an die 400 Publikationen. Wer seine Texte lese und seine Vorlesungen höre, lerne schnell zu schätzen, dass er bei dem, was er schreibe und sage, besonderen Wert auf Verständlichkeit lege.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden