1 Jahr Hotline Kinderschutz

Die Hotline Kinderschutz, die vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg betrieben wird, hat seit ihrer Inbetriebnahme am 2. Mai 2007 insgesamt 966 Meldungen entgegen genommen, in denen insgesamt 1390 Kinder betroffen waren. 574 Meldungen sind an das zuständige Jugendamt und 27 Meldungen an den Kinder- bzw. Jugendnotdienst weiterleitet worden. In 392 Fällen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hotline den Melder lediglich beraten.

01.05.2008 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Ein Jahr nach dem Start der Hotline Kinderschutz zog Jugendsenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner eine positive Bilanz "In fast zwei Dritteln der Meldungen hat die Hotline das Jugendamt oder einen Notdienst eingeschaltet. Dadurch konnten wir 600 Kindern helfen, die früher ohne Hotline vermutlich noch größere Schäden erlitten hätten. Wenn nur in einem Drittel der Meldungen lediglich Beratungen notwendig waren, zeigt das auch, dass die Nachbarn, Angehörige, Freunde, Lehrer und andere die Hotline mit Bedacht nutzen. Weil diese Vorsicht nicht zu Lasten von Kindern in Not gehen darf, will ich die Öffentlichkeit noch einmal aufrufen: Beim Kinderschutz darf es keine falsche Scheu geben. Lieber einen Anruf zuviel, als einen zuwenig.

Die Zahlen zeigen, dass die Hotline angenommen wird und unser Netzwerk funktioniert. Die hohe Resonanz im letzten Jahr ist auch aus der allgemeinen Sensibilisierung der Öffentlichkeit durch besonders dramatische Fälle zu erklären. Das Netzwerk Kinderschutz leuchtet zur Zeit wie ein Scheinwerfer das Dunkelfeld der Kindesvernachlässigung aus."

Melderin/Melder

Nachbarn - 203 Fälle
Eltern/Elternteil - 200 Fälle
Nachbarn anonym - 181 Fälle
Verwandte - 84 Fälle
Andere Einrichtungen - 63 Fälle
Anonyme Meldungen - 57 Fälle
Verwandte anonym - 37 Fälle
Schulen/Kindertagestätten - 32 Fälle
Freunde - 30 Fälle
Ärzte - 29 Fälle
Freunde anonym - 24 Fälle
Behörden - 13 Fälle
Kinder/Jugendliche - 11 Fälle
Andere/unbekannt - 2 Fälle
Summe 966

Auffällig ist, dass fast zwei Drittel der 966 Melder im unmittelbaren Umfeld der Kinder leben: Nachbarn (203 Fälle), Eltern/Elternteil (200) und anonyme Nachbarn (181).

Viele der Eltern baten auch einfach um einen Erziehungsratschlag. Hier macht sich positiv bemerkbar, dass die Hemmschwelle die Hotline anzurufen niedriger ist, als z.B. zum Jugendamt zu gehen.

Am häufigsten wurden Situationen gemeldet, in denen die Melder Vernachlässigungen/Verwahrlosungen (185 Kinder), körperliche (161) und psychische (129) Misshandlungen befürchtet haben:

Gründe (Mehrfache Gründe möglich)

Verdacht auf Vernachlässigung/Verwahrlosung - 185 Kinder
Verdacht auf körperliche Misshandlung - 161 Kinder
Verdacht auf psychische Misshandlung - 129 Kinder
Erziehungsprobleme - 109 Kinder
Streit um Umgangs- und Sorgerecht - 101 Kinder
Verdacht auf sexuelle Misshandlung - 50 Kinder
Kinder ohne Aufsicht - 40 Kinder
Gewalt zwischen Partnern (Häusliche Gewalt) - 39 Kinder
Drogen/Sucht - 33 Kinder
Psychische Auffälligkeiten - 27 Kinder
Elternteil möchte Inobhutnahme (Überforderung) - 11 Kinder
Gewalttätigkeit des Minderjährigen in der Familie - 9 Kinder
Tod eines Elternteils/Angehörigen - 8 Kinder
Selbstverletzendes Verhalten - 4 Kinder
Opfer außerfamiliärer Gewalt - 3 Kinder
Delinquenz des Minderjährigen - 3 Kinder
Hinweis auf Prostitution - 3 Kinder
Drohende Zwangsverheiratung - 3 Kinder
Schwangerschaft - 3 Kinder
Elternteil im Krankenhaus - 3 Kinder
Ausreißer - 2 Kinder
Suizidäußerungen - 2 Kinder
Kind/Jugendlicher möchte Inobhutnahme - 1 Kind
Eltern in Haft - 0 Kinder
sonstige - 100 Kinder

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hotline Kinderschutz sind unter der Telefonnummer 610066 täglich 24 Stunden zu erreichen.


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