15 Jahre Deutsche Kinder- und Jugendstiftung

"15-Jährige sind unbequem bis rebellisch, verfügen aber schon über ein gutes Maß an Lebens- und Alltagserfahrung. In diesem Sinn werden wir gern 15", meint Dr. Heike Kahl, die die DKJS seit der Gründung leitet. Auf das Unbequeme legt sie ebenso Wert wie auf den über die Jahre gesammelten Erfahrungsschatz. 38 Programme in den Bereichen Kita und Schule gestalten, Bildungspartner vernetzen, Verantwortung wagen und Perspektiven schaffen kann sie mit Unterstützung von Partnern und Förderern momentan umsetzen.

13.07.2009 Pressemeldung Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS)

Eva Luise Köhler engagiert sich als Schirmherrin für die DKJS: "Eine Grundhaltung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung ist es, Stärken zu fördern, statt Defizite zu betonen. Das Urteil "Das kannst Du nicht" ist nun mal schneller zu fällen, als sich die notwendige Zeit zu nehmen, um womöglich noch schlummernde Potenziale zu wecken." Diese Haltung findet man in den geförderten Kindergärten, sie prägt die Lernkultur, die die Stiftung in ihren Schulprogrammen vermittelt und zeigt sich in den vielen Projekten, die den Schulabschluss, auf eine berufliche Zukunft und eine aktive Bürgerrolle vorbereiten. "Bildungslücken schließen", so das Jubiläumsmotto, heißt aber nicht, Lückenbüßer sein. "Die DKJS ringt um nachhaltige Lösungen, bringt gute Ideen ins Rollen und weiß, dass Veränderung nur gelingt, wenn man alle Beteiligten mit ins Boot holt", unterstreicht Stiftungsratsvorsitzender Lothar Späth.

Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit besteht darin zu moderieren, zu motivieren, Netzwerke zu steuern oder mit Diplomatie Zuständigkeitsgrenzen zu überbrücken, auch beim erfolgreichen Begleitprogramm für Ganztagsschulen. "Ideen für mehr! Ganztägig lernen." ist so entgegen vieler Vorbehalte inzwischen ein "Kind" aller Länder und des Bundes über föderale Grenzen hinweg geworden und eine große Hilfe für Schulleiter, Lehrer, Schüler und Eltern, die durch 15 regionale Serviceagenturen Unterstützung und Beratung beim Ausbau ihrer Schulen für den Ganztag finden.

Die Stiftung fördert keine Einzelprojekte, sondern entwickelt gemeinsam mit Partnern aus dem öffent€lichen und privaten Bereich zum Teil umfangreiche Programme. Die sollen mit konkreten Zielstellungen, einem bestimmten zeitlichen Rahmen und wissenschaftlicher Auswertung Lebens- und Lernbedingun€gen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland verbessern. Dabei reicht das Spektrum von Programmen für mehr Bildungsqualität in Kindergärten über Feriencamps, in denen sich Hauptschüler auf ihre Versetzung oder einen besseren Schulabschluss vorbereiten bis zu Initiativen, die die demokratische Teilhabe junger Menschen in unserer Gesellschaft fördern. Auf ein großes Vermögen kann die gemeinnützige GmbH, die zu ihrem Gesellschafterkreis Ministerpräsidenten, Unternehmer, Vertreter großer Stiftungen und renommierte Wissenschaftler zählt, dabei nicht zurückgreifen.

Sie wurde 1994 auf Anregung der International Youth Foundation von Rita Süssmuth, der damaligen Bundestagspräsidentin, gegründet – ohne eine Mark Startkapital. So galt es, von Anfang an durch Kompetenz und Innovationskraft Partner zu überzeugen, in ihre "Gemeinschaftsaktion für Jugend und Zukunft" zu investieren. Heute stehen durch Kooperationen mit der öffentlichen Hand, Stiftungen und Unternehmen sowie aus Privatspenden rund 13 Mio. Euro im Jahr für Programme und Projekte zur Verfügung. Zwei Drittel stammen aus öffentlichen Mitteln, der Rest sind private Gelder. Diese Mischung erweist sich gerade in Zeiten der Finanzkrise als Vorteil.

Wie schafft man es als gemeinnützige Organisation, trotz knapperer Kassen und immer wieder zeitlich befristeter Kooperationen die Qualität der Arbeit nicht aus dem Blick zu verlieren? "Wir ´leisten uns` professionelle Arbeitsabläufe, regelmäßige Denkwerkstätten und Qualitätskontrollen beispielsweise durch eine eigene Evaluationsstelle", heißt eine Antwort von Dr. Anja Durdel, die die inhaltliche Arbeit der DKJS leitet. "Und wir bekommen über unsere Regionalpartner immer wieder die Rückmeldung, was in der Praxis, bei den Kindern und Jugendlichen oder ihren erwachsenen Begleitern wirklich ankommt, was funktioniert."

"Stärkeorientierung ist bei uns "Geschäftsprinzip", formuliert es Heike Kahl, "wenn wir uns in den 15 Jahren immer gefragt hätten, was wir nicht haben und nicht können, würden wir wahrscheinlich immer noch ein paar kleine Schulprojekte fördern, aber keine Veränderung einer ganzen Lernkultur im Land anstoßen."

Mehr unter www.dkjs.de. Im Pressebereich www.dkjs.de/presse finden Sie Fotos und die Jubiläumsrede von Eva Luise Köhler.


Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) setzt sich dafür ein, dass junge Menschen in unserem Land gut aufwachsen können und eine demokratische Kultur des Miteinanders erleben und erlernen. Sie stärkt Kinder in dem, was sie können und was sie bewegt. Sie ermutigt junge Leute, ihren Platz in der Gesellschaft selbst zu gestalten und ihr Leben couragiert in eigene Hände zu nehmen. Um ihnen dabei zur Seite zu stehen, bedarf es vieler und engagierter Mitstreiter. Deshalb bindet die DKJS Eltern, erwachsene Begleiter und Institutionen in ihre Programme ein und stößt Reformprozesse an: in Kindergärten und Schulen, beim Übergang in den Beruf, in der Familien- oder lokalen Jugendpolitik.

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