5,5 Millionen Euro in 2006 für zukunftsträchtige Projekte

Wissenschaftsministerin Doris Ahnen und Wirtschaftsminister Hendrik Hering haben heute bei einer Pressekonferenz in Mainz eine positive Bilanz der Arbeit der Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation im vergangenen Jahr gezogen. Die Stiftung habe einmal mehr gezeigt, dass sie das wissenschaftliche und wirtschaftliche Geschehen im Land positiv beeinflusse, urteilten die beiden Minister.

06.07.2007 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Im vergangenen Jahr förderte die Stiftung 30 Projekte im Umfang von rund 5,5 Millionen Euro. Von diesen 30 Projekten werden 11 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 1 an der Universität Koblenz-Landau, 5 an der TU Kaiserslautern, drei an den Fachhochschulen Mainz, Koblenz und Trier und 8 an außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Landes realisiert. Daneben wird ein Kooperationsprojekt der Fachhochschulen Koblenz und Kaiserslautern mit der Handwerkskammer Koblenz unterstützt. Auch in 2006 förderte die Stiftung Schulen, die beim Landeswettbewerb "Jugend forscht" erfolgreich waren sowie Schulen mit einer besonders hohen Quote von Jungforscherinnen.

"Die Vielfalt und die Qualität der von uns unterstützten Forschungsprojekte stärken den Wissensstandort Rheinland-Pfalz und seine Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen", sagte die Vorstandsvorsitzende der Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation, Wissenschaftsministerin Doris Ahnen. Die Stiftung fördere insbesondere naturwissenschaftlich-technische Forschungsprojekte an der Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft. Sie investiere gezielt in Zukunftstechnologien – von Kommunikations- über Biotechnologien bis hin zur Mikro- und Nanotechnologie.

"Mit unserer Förderung haben wir häufig den Grundstein dafür gelegt, dass andere Drittmittelgeber aus dem öffentlichen oder privaten Bereich in die Finanzierung eines Projekts eingestiegen sind oder Folgeprojekte gefördert haben. Stiftungsprojekte gaben als Anschubfinanzierung Impulse für Neugründungen von Firmen, mündeten in die Einrichtung von Sonderforschungsbereichen, unterstützten die Profilbildung der Hochschulen und den Auf- und Ausbau von Forschungsinstituten im Land", fasste Ahnen zusammen.

Im Jahr 2006 habe die Stiftung einen aktiven Beitrag zur Förderung überregional bedeutsamer Projekte geleistet, die für die Gesellschaft von unmittelbarer Relevanz seien. So beteilige sie sich an der Finanzierung einer klinischen Langzeitstudie der Universitätsklinik Mainz, mit der neue Ansätze in der Prävention und Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erforscht werden sollen.

Die Stiftung unterstütze ebenfalls die Arbeit des neugegründeten Kompetenzzentrums für Naturstoffforschung. In dieser Einrichtung arbeiten die Johannes Gutenberg-Universität Mainz, das Institut für Biotechnologie und Wirkstoffforschung Kaiserslautern sowie die Unternehmen BASF und Boehringer Ingelheim gemeinsam an der Suche und Herstellung geeigneter Wirkstoffe für die Humanmedizin und den Pflanzenschutz.

"Diese beiden Beispiele verdeutlichen auf geradezu idealtypische Weise die Philosophie der Stiftung. Wir möchten Projekte mit hohem Innovationspotenzial fördern, die Wirtschaft und Gesellschaft zugute kommen", sagte Ahnen.

Der Vorsitzende des Kuratoriums, Wirtschaftsminister Hering, betonte, mit den aus der Stiftung geförderten Forschungsprojekten seien Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen worden. "Aus Stiftungsvorhaben wurden seit 1993 insgesamt 23 Unternehmen neu gegründet, die heute noch bestehen bzw. aktiv tätig sind. Diese Unternehmen haben mehr als 400 Arbeitsplätze geschaffen", berichtete der Minister.

"Unternehmensgründungen verjüngen die Wirtschaftsstruktur des Landes und geben Impulse für weitere Firmenansiedlungen und Kooperationen", so Hering weiter. Nicht von ungefähr liege Rheinland-Pfalz mit 68 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige auf dem ersten Platz unter allen 16 Bundesländern.

Im Rahmen der Stiftungsprojekte positionierten sich junge High-Tech-Schmieden in wachstumsstarken Branchen wie dem Gesundheitswesen, den Optischen Technologien sowie den Informations- und Kommunikationstechnologien. Nur durch Wettbewerb in der Exzellenz und durch konsequentes "Stärken stärken" könne Rheinland-Pfalz im Wettbewerb um die besten Ideen und Konzepte bestehen und Arbeitsplätze im Hochtechnologiebereich erhalten. Das Wirtschaftsministerium werde - gemeinsam mit dem Wissenschaftsressort - die Stiftungsvorhaben auch weiterhin nach zukunftsfähigen Schlüsseltechnologien ausrichten.

Stellvertretend für das breite Spektrum der geförderten Projekte wurden bei der heutigen Pressekonferenz zwei davon vorgestellt.

Professor Dr. Wolfgang Müller-Klieser (Institut für Physiologie und Pathophysiologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz) berichtete über einen neuen Ansatz der klinischen Tumorforschung zur Verbesserung der Diagnostik von Krebserkrankungen. Professor Dr. Karsten Berns (Fachbereich Informatik der TU Kaiserslautern) stellte einen gerade in der Entwicklung befindlichen Kletterroboter vor, der für die Inspektion großer Wand- und Deckenkonstruktionen und bei unebenen Oberflächen eingesetzt werden kann.

Infos:

Die Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation wurde 1991 durch das Land Rheinland-Pfalz gegründet und mit einem Stiftungsvermögen von rund 100 Millionen Euro ausgestattet.

Erste Erlöse aus dem Stiftungskapital konnten 1993 für Fördermaßnahmen eingesetzt werden. Seitdem stehen jährlich 5 bis 6 Millionen Euro zur Förderung der Grundlagenforschung, der anwendungsorientierten Forschung, des Einsatzes neuer Technologien und für den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Wirtschaft des Landes zur Verfügung.

Seit 1993 wurden 561 Forschungsprojekte mit insgesamt rund 86 Millionen Euro unterstützt.

Alle Angelegenheiten der Stiftung von grundsätzlicher Bedeutung beschließt der Vorstand. Das Kuratorium berät den Vorstand in allen Fragen der Förderung von Innovation zur Verwirklichung des Stiftungszwecks. Dem Kuratorium gehören 15 Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik des Landes Rheinland-Pfalz an.

Die Geschäftsstelle unterstützt den Vorstand und das Kuratorium bei ihren Aufgaben und führt die laufenden Geschäfte der Stiftung. Geschäftsführerin ist die Leitende Ministerialrätin im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Brigitte Klempt.


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