Ahnen: Mit Interventionsprojekt RIGG Gewaltschutz deutlich vorangebracht

"Wir haben in Rheinland-Pfalz ein immer dichter werdendes Netz zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen", unterstrich Frauenministerin Doris Ahnen aus Anlass des Internationalen Gedenktags ´NEIN zu Gewalt an Frauen´, der jährlich am 25. November begangen wird. Dieses Netz habe durch das 1999 geschaffene Interventionsprojekt gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen (RIGG) verstärkt ausgebaut werden können. Insbesondere sei eine gut abgestimmte und effektive Interventionsarbeit aufgebaut worden. Die Anstrengungen zum Schutz von Frauen vor Gewalt hätten damit einen deutlichen Schub erhalten, sagte Ahnen, die gemeinsam mit Mitarbeiterinnen ihres Hauses erstmals vor dem neu sanierten Ministeriumsgebäude in Mainz die Fahne "Frei leben – ohne Gewalt" von Terre des femmes hisste.

24.11.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Dennoch sei es notwendig, dieses Netz weiter auszubauen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik weise für das letzte Jahr 8.316 Straftaten in engen sozialen Beziehungen aus, von denen rund 83 Prozent der registrierten Opfer weiblich waren, unterstrich Ahnen. Gegenüber dem Vorjahr sei diese Zahl sogar angestiegen. "Folgerichtig muss das vorhandene Interventionsnetz noch enger gestrickt werden. Deshalb hat der Landtag im Februar dieses Jahres beschlossen, dass RIGG weiter ausgebaut werden soll. Der kommende Doppelhaushalt sieht weitere vier Interventionsstellen vor. Zudem sollen künftig Kinder, als von Gewalt Mitbetroffene, stärker im Fokus stehen als bisher. Ich bin sicher, dass die dazu notwendige engere Zusammenarbeit mit den Jugendämtern, mit den Erziehungsberatungsstellen und den Kinderschutzorganisationen auf lokaler Ebene gerade mit Hilfe der regionalen Runden Tische intensiviert und erfolgreich vorangebracht werden kann".

Im Umfeld der bisher sechs Interventionsstellen in Westerburg, Trier, Mainz, Kaiserslautern, Ludwigshafen und Bad Kreuznach gebe es eine effektive Interventionskette, die bei der polizeilichen Ermittlung beginne und sich bei Hilfeeinrichtungen, wie Interventionsstellen und pro-aktiven Beratungsangeboten, Frauenhäusern, Frauenberatungsstellen, Notrufen sowie Rechtsanwältinnen, Jugendämtern, Staatsanwaltschaften und Zivilgerichten fortsetze. Mit der steigenden Zahl und Wohnortnähe der Interventionsstellen sowie pro-aktiven Beratungsstellen sei zudem die Bereitschaft von Frauen gestiegen, ihre Daten so an die Beratungsstellen weiterzugeben. Im Jahr 2004 hätten sich rund 40 Prozent zu einer Datenweitergabe bereit erklärt. Diese Zahl sei genau zwei Jahre später auf 80 Prozent gestiegen, betonte die Ministerin.

Weitere Informationen im Internet unter www.rigg-rlp.de.

Mit freundlichen Grüßen


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