Appell zum Umgang mit UNESCO-Welterbestätten verabschiedet

Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz hat aus aktuellem Anlass auf seiner Jahrestagung einen Appell zum Umgang mit UNESCO-Welterbestätten verabschiedet. Darin heißt es unter anderem, das Nationalkomitee kritisiere ausdrücklich den Umgang mit einigen Welterbestätten in Deutschland, da eben dieser Umgang in Einzelfällen Anlass für internationale Kritik biete.

19.11.2007 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

"Der Appell soll alle Verantwortlichen daran erinnern, dass mit der hohen Auszeichnung eine im Tagesgeschehen oft unterschätzte Verpflichtung verbunden ist. Die Verpflichtung, das Erbe von Weltgeltung zu schützen, sorgsam zu pflegen und seinem Status entsprechend in denkmalverträglicher Weise in die Zukunft mitzunehmen", sagte Sachsens Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst und neue Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, Dr. Eva-Maria Stange, auf der Jahrestagung in Würzburg. Es habe sich der Eindruck verfestigt, dass die hohe Auszeichnung durch die UNESCO zwar äußerst willkommen sei, dass sich die Beteiligten aber den mit der Auszeichnung verbundenen Verpflichtungen nicht immer in der notwendigen Weise bewusst seien.

Es solle geprüft werden, inwieweit tatsächlich zusätzliche Regelungen notwendig seien, damit die mit dem UNESCO - Welterbetitel eingegangenen Verpflichtungen noch deutlicher würden. Mit seinem Beitritt zur Welterbekonvention habe der Bund im Einvernehmen mit den Ländern Rechte und Pflichten anerkannt. Zum Schutz und zum sorgsamen Umgang mit den herausragenden Stätten des deutschen Natur- und Kulturerbes seien jetzt aber vor allem die Länder und Kommunen aufgerufen, ihre Verantwortung auch wahrzunehmen.

Das Nationalkomitee appellierte an alle beteiligten Stellen in Deutschland, die Entwicklung bestehender und künftiger Welterbestätten in Deutschland fachlich und politisch konstruktiv zu begleiten, um Schaden vom Ansehen Deutschlands als Kulturnation abzuwenden.

Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz, in dem Bund, Länder, Gemeinden, Kirchen, Medien und Fachorganisationen zusammenarbeiten, setzt sich dafür ein, die Grundlagen für Vielfalt und Reichtum der Kulturlandschaften in Deutschland zu sichern. Das 1973 gegründete Komitee ist heute zu seiner Jahrestagung in Würzburg zusammengekommen. Im Rahmen der Tagung übernahm Sachsens Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange die aller drei Jahre wechselnde Präsidentschaft von Thüringens Kultusminister Professor Dr. Goebel. Zuständig für die Benennung der Präsidentin oder des Präsidenten ist die Konferenz der Kultusminister.

> Der komplette Text des Würzburger Appells


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