"Bei gleichen Begabungen muss es gleiche Aufstiegsmöglichkeiten geben"

Der Bildungs-Tag der ZEIT-Stiftung auf Kampnagel in Hamburg mit einer Rede von Bundespräsident Joachim Gauck vor rd. 700 Gästen stand unter der Leitfrage: "Chancengerecht bilden – wie kann das gelingen?" Michael Göring, der Vorstandsvorsitze der ZEIT-Stiftung, unterstrich in seiner Begrüßung die Bedeutung gerechter Bildungszugänge.

06.11.2015 Pressemeldung ZEIT-Stiftung

"Hamburg ist die Stadt, in der in den 1920er Jahren Reformschulen begründet wurden, die Helmut und Loki Schmidt immer wieder beschrieben haben. Hier veröffentlichte der Hamburger Ralf Dahrendorf 1965 die Streitschrift ´Bildung ist Bürgerrecht` mit seinem "Plädoyer für eine aktive Bildungspolitik". Eine zukunftstaugliche gesellschaftliche Entwicklung muss praktische Antworten auf die Frage geben: Wie gelingt es uns, den Zugang zur Bildung allen zu ermöglichen – so, dass jeder sich nach seinen Begabungen und Potenzialen entfalten kann? Diese Herausforderung nehmen Stiftungen als Teil der Zivilgesellschaft an und entwickeln Projekte, die wirken."

Bundespräsident Joachim Gauck wies auf die Intensität der Bildungsdebatten hin und bemerkte: "Seit Jahrzehnten diskutieren wir in Deutschland über Chancengerechtigkeit. Es ist die große Konstante der deutschen Bildungspolitik: Noch immer hängt Bildungserfolg in Deutschland stark – ja wir könnten sagen zu stark! – von der sozialen Herkunft ab." Angesichts dessen betonte er: "Wirkliche Chancengerechtigkeit darf sich nicht auf so etwas wie formale Gleichheit beschränken. … Das ist der zentrale Anspruch, hinter den unsere Gesellschaft, besonders unsere moderne Einwanderungsgesellschaft, nicht zurückfallen darf: Bei gleichen Begabungen muss es gleiche Aufstiegsmöglichkeiten geben."

Das anschließende Podiumsgespräch mit Ties Rabe, Hamburgs Senator für Schule und Berufsbildung, Karin von Palubicki, Schulleiterin der Beruflichen Schule für Wirtschaft Hamburg-Eimsbüttel, Manfred Prenzel, Vorsitzender des Wissenschaftsrates und Bildungsforscher an der TU München, sowie Philip Oprong Spenner, Studienrat an der Stadtteilschule Am Heidberg in Hamburg, und Moderator B. Kerner betonte die Notwendigkeit, mit Hilfe gezielter Konzepte die Durchlässigkeit das Bildungswesen zu erhöhen und damit auch gerechtere Bildungszugänge zu gewährleisten.

Die Robert Bosch Stiftung, die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, die Stiftung der Deutschen Wirtschaft und die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius stellten anschließend dem Publikum ausgewählte Bildungs-Initiativen mit dem Fokus Schul-entwicklung, Sprach- und Familienbildung, Lehrerbildung und Bildungsübergängen vor.

Ansprechpartner

Frauke Hamann
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Feldbrunnenstraße 56
20148 Hamburg
Telefon: 040 41336871
Fax: 040 41336900
E-Mail: hamann@zeit-stiftung.de
Web: www.zeit-stiftung.de


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