Branchenumfrage der Frankfurter Buchmesse: Digitalisierung ist die größte Herausforderung der Zukunft
Digitalisierung ist die größte Herausforderung für die Buch- und Medienbranche: Das hat eine breit angelegte Umfrage ergeben, die die Frankfurter Buchmesse, die weltweit größte Fachmesse für die Buch- und Medienbranche, unter internationalen Verlegern und Fachleuten durchgeführt hat. Insgesamt haben sich 1.324 Personen aus 86 Ländern an der Online-Umfrage beteiligt. Weitere Ergebnisse: Die Befragten sehen die Konkurrenz durch andere Medien und Unterhaltungsangebote als größte Gefahr für die Branche an, obwohl die Zahl der veröffentlichten Bücher Jahr um Jahr steigt. 29 Prozent der Teilnehmer schätzen, dass in zehn Jahren der chinesische Markt die Branche dominieren wird. Auf die Frage nach dem zukünftigen Gesicht der Branche antworteten 11 Prozent der Teilnehmer, gedruckte Bücher seien wahrscheinlich in 50 Jahren veraltet. Fast ein Viertel (23 Prozent) der Teilnehmer sagten voraus, der Buchladen werde aussterben.
09.10.2007 Pressemeldung Frankfurter Buchmesse"Es freut mich, dass die Themen, die wir in den Mittelpunkt der diesjährigen Buchmesse gestellt haben, sich auch für die internationale Branche als wichtig erweisen", so Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse. "Wir sehen die Frankfurter Buchmesse beim Übergang zu einer digitalisierten Buchbranche in einer Schlüsselrolle und verstehen die Messe als zentralen Handelsplatz für Inhalte, ob sie nun für digitale Plattformen oder für gedruckte Bücher bestimmt sind. Unsere Veranstaltungen zur Digitalisierung und zur Bildung sollen der Branche helfen, die anstehenden Herausforderungen zu meistern." Fachleute aus 86 Ländern: von den USA über Afghanistan bis Vietnam An der Umfrage, die die Frankfurter Buchmesse in ihrem Online-Newsletter durchführte, beteiligten sich Fachleute aus 86 Ländern, zum Beispiel aus Brasilien, den USA, Afghanistan oder Vietnam. 85 Prozent der Teilnehmer kamen aus Europa und 9 Prozent aus Nordamerika. Die anderen Kontinente waren in etwa gleich stark vertreten.
Rund 15 Prozent der Befragten gaben an, Geschäftsführer eines Unternehmens zu sein, 30 Prozent nehmen nach eigenen Angaben eine Position im gehobenen Management ein. Daneben haben sich auch Redakteure und Lektoren (20 Prozent), Marketing- und PR-Spezialisten (13 Prozent), Rechtemanager (10 Prozent), Mitarbeiter aus dem Vertrieb (9 Prozent), Buchhändler (8 Prozent) sowie Literaturagenten (5 Prozent) und Bibliothekare (4 Prozent) an der Umfrage beteiligt.
Weitere Ergebnisse:
Herausforderungen für die Branche
Mehr als die Hälfte der Teilnehmer (53 Prozent) sehen die Digitalisierung, einer der Themenschwerpunkte der Frankfurter Buchmesse 2007, als die größte Herausforderung für die Branche an.
Die wachsende Globalisierung (24 Prozent), nutzergenerierte Inhalte (22 Prozent) und der ständige Kampf um die Gebietsrechte beim Lizenzhandel (13 Prozent) zählen zu den weiteren Herausforderungen für die Branche.
Als beunruhigend empfinden die Digitalisierung vorwiegend Teilnehmer aus englischsprachigen Ländern: So sahen in Nordamerika 71 Prozent, in Australasien 77 Prozent und in Großbritannien 68 Prozent der Befragten die damit verbundenen Herausforderungen als die bedeutendsten an.
Die vier größten Gefahren für die Branche
Auf die Frage nach der momentan größten Gefahr für das Verlagswesen ergaben sich folgende Antworten:
- Die Konkurrenz durch andere Medien und Unterhaltungsangebote (50 Prozent)
- Die Überproduktion von Büchern (31 Prozent)
- Die Zunahme und Verbreitung von Piraterie (23 Prozent)
- Das Analphabetentum in den Entwicklungsländern und auch in Westeuropa (17 Prozent)
Die Zukunft des Verlagswesens
Einem Blick auf die Zukunft galt die Frage, ob bestimmte feste Bestandteile des heutigen Verlagswesens auch in 50 Jahren noch dazugehören würden. Die Mehrheit der Befragten konnte sich keine einschneidenden Umwälzungen vorstellen.
Nur 4 Prozent sind der Ansicht, Verlage könnten bis dahin überholt sein.
Ein etwas höherer Anteil (11 Prozent) meint, das gedruckte Buch könnte überholt sein, während 10,5 Prozent dies beim E-Book für möglich halten.
Lediglich für den Buchladen sprachen viele das Todesurteil aus. Fast ein Viertel (23 Prozent) der Teilnehmer sagt voraus, dass es in 50 Jahren keine Buchläden mehr geben werde.
Welche Märkte werden die Branche im nächsten Jahrzehnt bestimmen?
Für 36 Prozent der Teilnehmer ist es der europäische Markt.
32 Prozent geben Nordamerika an.
29 Prozent sehen in China den in Zukunft dominierenden Markt. Wer spielt die führende Rolle? Wer führt eigentlich die Buchbranche heute? Wer trifft die Entscheidungen, die ihren Erfolg sichern und Bücher zu Bestsellern werden lassen?
Für 37 Prozent sind die Verleger immer noch der Schlüssel zum Erfolg in der Branche.
Die Marketing-Fachleute liegen mit 31 Prozent nur wenig dahinter.
Für 22 Prozent hängt die Nachfrage nach Büchern vom Verbraucher ab.
Nur 8 Prozent sind der Ansicht, dass die Autoren der Motor der Branche sind. Die wesentlichsten Wachstumsbereiche Zuletzt wurde die Frage gestellt, welcher der zur Auswahl stehenden Bereiche für das Wachstum der Branche in den nächsten Jahren am wesentlichsten sein könnte.
- E-Books werden von 44 Prozent der Teilnehmer genannt.
- Hörbücher, von denen viele mittlerweile als Download erhältlich sind, sind für 40 Prozent der Teilnehmer wichtig.
- Aufgrund der wachsenden Globalisierung gelten für 27 Prozent der Teilnehmer Übersetzungen ein großer Teil des Angebots auf der Frankfurter Buchmesse) als Wachstumsbereich.
- 26 Prozent nennen Publikationen aus dem Bereich Bildung.
Sämtliche Ergebnisse und Statistiken finden Sie auf: Branchenumfrage
Die Frankfurter Buchmesse ist mit mehr als 7.000 Ausstellern aus über 100 Ländern die größte Buchmesse der Welt. Sie organisiert darüber hinaus die Beteiligung deutscher Verlage an mehr als 25 internationalen Buchmessen und ist Mitbegründerin der Cape Town Book Fair in Südafrika. Mit ihrer Website unterhält sie das weltweit meist genutzte Portal für die Verlagsbranche. Die Frankfurter Buchmesse ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Ansprechpartner
Frankfurter BuchmesseReineckstr. 3
60313 Frankfurt am Main
Web: http://www.buchmesse.de
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