Dr. Eva-Maria Stange: "Wir wollen nicht tatenlos zusehen, wie ein Anlass stillen Gedenkens Schaden nimmt"
"In den kommenden Wochen werden Parkbesucher des Großen Gartens, die das Idyll des Barockpalais erkunden wollen, mit Bildern des Schreckens konfrontiert. Hier wird deutlich, dass Dresden in Bezug auf seine historische Identität diese Spannung immer wird aushalten müssen: Die einzigartige historische Barockstadt, die großenteils im Bombenkrieg versank, ist ebenso Teil der Stadtgeschichte wie die Geschichte von Diktatur und Gewaltherrschaft, von erlittenem Unrecht und verantwortlicher Täterschaft", sagte Sachsens Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange zur Eröffnung der Ausstellung "Geschichtsbilder" von Hubertus Giebe, im Palais im Großen Garten. Die Dresdner Bürgerschaft habe sich im Umgang mit diesem schwierigen Erbe große Verdienste erworben, indem dem Erinnern ein geeigneter Rahmen gegeben wurde. Dr. Eva-Maria Stange ist gleichzeitig Schirmherrin dieser Ausstellung.
08.02.2009 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und TourismusHubertus Giebes Kunst sei stark durch die politische Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart geprägt. Er selbst sei es gewesen, der im Herbst 1989 in Dresden vehement öffentlich für die Freiheit der Kunst eingetreten sei.
Mit Blick auf den bevorstehenden 13. Februar als Tag des Gedenkens an die Opfer der Zerstörung Dresdens im 2. Weltkrieg, schaffe die Ausstellung einen öffentlichen Rahmen für einen kulturvollen Umgang mit diesem symbolischen Datum. "Das ist wichtig, um der Instrumentalisierung und missbräuchlichen Verwendung dieses Symbols etwas entgegenzusetzen – im Geiste von Toleranz und Demokratie. Wir wollen nicht tatenlos zusehen, wie durch rechtsextremistische Propaganda der gute Name der sächsischen Landeshauptstadt beschmutzt wird und ein Anlass stillen Gedenkens durch radikale ideologische Kampfpositionen Schaden nimmt."
Giebes Ausstellung war 1998 bereits in der KZ-Gedenkstätte Osthofen bei Worms und darüber hinaus zu Teilen bereits auch 1990 auf der 44. Biennale von Venedig zu sehen.
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