Ein großer Tag für die Kultur
Das Neue Museum ist eigentlich ein altes: Bis zu seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg war es eines der bedeutendsten Museumsbauwerke. Das Gebäude wurde in den vergangenen zehn Jahren wiederhergestellt und an eine moderne Nutzung angepasst. Jetzt können das Museum für Vor- und Frühgeschichte sowie das Ägyptische Museum dort einziehen.
05.03.2009 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der BundesregierungAb kommenden Herbst wird das Neue Museum wieder die Sammlungen beherbergen, die es vor seiner Zerstörung bewahrte. Gezeigt werden sie in einem Gebäude, das Vergangenheit und Gegenwart durchaus sichtbar vereint: erhaltene Teile wurden sorgfältig restauriert, einzelne Bauteile und Fehlstellen behutsam ergänzt.
Vergangenheit und Gegenwart in einem Gebäude
Kulturstaatsminister Bernd Neumann sprach bei der Schlüsselübergabe von einem großen Tag für die Kultur in Berlin und in Deutschland.
Neumann begrüßte das große Interesse der Öffentlichkeit an diesem Bauvorhaben. Sie habe einen "einzigartigen Ort erhalten, der in der Gegenwart lebt und doch in der Geschichte zuhause ist". Dem Architekten David Chipperfield und seinem Team dankte Neumann für die gelungene Verbindung von Innovation und Tradition.
Museumsinsel nimmt Gestalt an
Bis zum im Herbst dieses Jahres wird der Einzug der Sammlungen in das Neue Museum abgeschlossen sein. Damit werde eine weitere wichtige Etappe der Neuordnung der Berliner Museumslandschaft vollzogen, freute sich der Kulturstaatsminister.
Gleichzeitig kündigte er weitere Schritte auf dem Weg zur Vollendung der Berliner Museumsinsel an. "Der Bund wird dabei auch in Zukunft verlässlicher Partner bleiben!", versicherte Neumann zum Schluss seiner Rede.
An der anschließenden Schlüsselübergabe nahmen neben dem Kulturstaatsminister auch Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit teil. Zu den Rednern gehörte außerdem der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger sowie Architekt David Chipperfield.
Innovativer Museumsbau
Das Neue Museum entstand zwischen 1841 und 1859 nach Entwürfen von Friedrich August Stüler. Es war eines der bedeutendsten Bauvorhaben seiner Zeit in Preußen. Neu war nicht nur seine architektonische Gestaltung, sondern auch die Konstruktionstechnik. Gestalterischer und funktionaler Mittelpunkt des Gebäudes war das große Treppenhaus mit seiner Marmortreppe und den monumentalen Wandbildern von Wilhelm Kaulbach. Die reiche Innenausstattung des Gebäudes, die im Gegensatz zu seinem eher schlichten Äußeren stand, ist leider in großen Teilen verloren.
Auferstanden aus Ruinen
Nach seiner fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg war das Museum jahrzehntelang Ruine. Erst 1985 wurde der Wiederaufbau des Hauses beschlossen und 1986 ein Notdach angebracht. Die eigentliche Wiederherstellung des Neuen Museums im Rahmen des "Masterplanes für die Museumsinsel" begann nach einer längeren Vorbereitungsphase schließlich 2003.
Verantwortlich für die Planung war der britische Architekt David Chipperfield, der schon 1997 den Realisierungswettbewerb gewonnen hatte. Zusammen mit dem Restaurierungsarchitekt Julian Harrap realisierte er die Wiederherstellung und Restaurierung des Gebäudes sowie seine Ausstattung mit zeitgemäßer Technik.
Geplante Kosten unterschritten
Dabei fielen Kosten in Höhe von rund 200 Millionen Euro an, die den ursprünglichen Kostenansatz in Höhe von 233 Millionen Euro weit unterschritten. Insgesamt sind für die Baumaßnahmen auf der Museumsinsel über 1,3 Milliarden Euro veranschlagt-
Vom 6. bis 8. lädt das Neue Museum zu Tagen der Offenen Tür ein.
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