Erzieherische Hilfen außerhalb des Elternhauses

Lassen sich Entwicklungs- oder Beziehungsprobleme nicht durch ambulante oder teilstationäre Hilfeformen wie Erziehungsberatungen, sozialpädagogische Familienhilfen oder Tagesgruppenbetreuungen bewältigen, bietet die Kinder- und Jugendhilfe stationäre Hilfeformen an. Wie das Statistische Landesamt feststellt, haben im Jahr 2007 mehr als 15 500 junge Menschen unter 27 Jahren Unterbringungsformen außerhalb des Elternhauses in Anspruch genommen, da durch familiäre Konflikte die räumliche Trennung von überlasteten Eltern und Kindern in schwierigen Entwicklungsphasen notwendig wurde.

28.11.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

7 596 Kinder und Jugendliche befanden sich im Jahr 2007 in einer Vollzeitpflegestelle. Drei Viertel lebten bei einer fremden Familie, ein Viertel bei Verwandten. 92 Prozent waren unter 18 Jahre alt. 52 Prozent waren männlichen Geschlechts.

In Heimerziehung oder in einer anderen betreuten Wohnform lebten 7 495 junge Menschen. 56 Prozent waren Jungen und junge Männer. 62 Prozent waren 12 bis 17 Jahre alt, 23 Prozent waren 18 Jahre und älter, unter 12 Jahre waren 15 Prozent der jungen Menschen. 65 Prozent lebten in einer Mehrgruppen-, 27 Prozent in einer Eingruppeneinrichtung, nur 8 Prozent in einer eigenen Wohnung.

822 jungen Menschen ab 10 Jahren, die durch vorgenannte Hilfeangebote nur schwer erreicht werden konnten, wurde durch eine intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung geholfen. 63 Prozent waren männlichen Geschlechts.

In vorrangig stationärer Form wurden 419 flexible Hilfen (z.B. in Form von Kurzzeitpflege oder Familienpflege) durchgeführt. 88 Prozent der jungen Menschen waren unter 18 Jahre alt.

Die Gründe für den Bedarf an stationären Hilfen sind vielschichtig: Belastungen des jungen Menschen durch familiäre Konflikte, eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern oder des Sorgeberechtigten und Auffälligkeiten im sozialen Verhalten des jungen Menschen waren die Hauptgründe.


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