Fast 5 000 Kinder, Jugendliche und junge Volljährige mit seelischer Behinderung erhielten Eingliederungshilfe

Junge Menschen, die seelisch behindert sind oder von einer solchen Behinderung bedroht sind, haben einen eigenständigen Anspruch auf Eingliederungshilfe nach Paragraph 35a des Sozialgesetzbuches (SGB), Kapitel VIII. Seelisch behindert bedeutet, dass die seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für ihr Lebensalter typischen Zustand abweicht. Hierzu muss eine ärztliche bzw. psychotherapeutische Stellungnahme eingeholt werden. Eingliederungshilfen setzten neben einer (drohenden) seelischen Behinderung zusätzlich voraus, dass ein soziales Integrationsrisiko prognostiziert wird, das die Entwicklung des jungen Menschen, seine Eingliederung in die Gesellschaft und sein Heranwachsen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit nicht unerheblich beeinträchtigen wird.

30.01.2009 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Nach dem Bedarf im Einzelfall wird die Eingliederungshilfe in ambulanter Form, in Tageseinrichtungen für Kinder, durch geeignete Pflegepersonen und in Einrichtungen über Tag und Nacht sowie in sonstigen Wohnformen geleistet. Dabei ist eine Einbindung der jeweiligen Institution in den normalen Alltag der Betreuung, Förderung und Erziehung bedeutsam und eine gemeinsame Betreuung behinderter und nichtbehinderter Kinder nach Möglichkeit vorzuziehen.

4 997 junge Menschen mit seelischer Behinderung erhielten im Jahr 2007 nach Angaben des Statistischen Landesamtes eine Eingliederungshilfe. 70 Prozent davon waren Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter von 6 bis 15 Jahren, fast 10 Prozent waren 18 Jahre und älter. 71 Prozent waren männlich. Bei 54 Prozent der jungen Menschen lebten die Eltern zusammen, bei 32 Prozent lebte ein Elternteil allein. Bei 13 Prozent lebte ein Elternteil mit einem neuen Partner oder einer neuen Partnerin zusammen und in Einzelfällen (1 Prozent ) waren die Eltern verstorben oder die Situation unbekannt. Mindestens einen Elternteil ausländischer Herkunft hatten 20 Prozent der Hilfeempfänger. 9 von 10 Maßnahmen wurden von freien Trägern der Jugendhilfe durchgeführt. 84 Prozent wurden in Einrichtungen über Tag und Nacht sowie in sonstigen Wohnformen geleistet, 10 Prozent in Kindertageseinrichtungen. Nur 6 Prozent der Hilfen wurden ambulant oder durch geeignete Pflegepersonen durchgeführt. Im Jahr 2007 wurden nach einer Dauer von durchschnittlich 23 Monaten 1 356 Eingliederungshilfen nach Paragraph 35a SGB VIII beendet.


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