GEW: "Fast 14.000 Beschäftigte machen Druck auf Arbeitgeber"

Fast 14.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes der Länder haben zum Auftakt der Warnstreiks vor der vierten Tarif-Verhandlungsrunde ihrem Unmut über das "Doppel-Null"-Angebot der Arbeitgeber Luft gemacht. Die Beschäftigten aus Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein nahmen am Mittwoch an den zentralen Kundgebungen in Hannover und Kiel teil.

25.02.2009 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

"Mit acht Prozent raus aus der Krise", forderte Ulrich Thöne, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), vor rund 3.500 Kolleginnen und Kollegen in Kiel. Die Stärkung der Binnenkaufkraft durch eine ordentliche Erhöhung der Gehälter der Beschäftigten sei das beste Konjunkturprogramm. Thöne unterstrich, dass die Gewerkschaften mit ihrer Tarifforderung Anschluss an die Einkommensentwicklung im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen finden wollten.

"Für die Abwrackprämie wollen die Politiker tiefer in die Tasche greifen als bei der Erhöhung der Einkommen der Beschäftigten", sagte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad vor über 10.000 Kundgebungsteilnehmern in Hannover. Für eine junge Grundschullehrerin bedeuteten acht Prozent mehr Gehalt gut 2.000 Euro im Jahr. Wer sein neun Jahre altes Auto verschrotten lasse, kann sich über 2.500 Euro freuen. "Das närrische Treiben ist vorbei, jetzt wird es höchste Zeit, dass die Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch legen!"

 

Info: Zentrale Warnstreik-Kundgebungen finden am 26. und 27. Februar statt in: (Bundesland, Datum, Kundgebungsort, GEW-Redner/in)
Baden-Württemberg, 27. Februar, Stuttgart, Doro Moritz, GEW-Vorsitzende Ba-Wü
Bayern, 26. Februar, Nürnberg Gele Neubäcker, GEW-Vorsitzende Bayern
Brandenburg, 26. Februar, Potsdam, Stephanie Odenwald, GEW-Vorstandsmitglied
Hamburg, 26. Februar, Hamburg, Ilse Schaad, GEW-Verhandlungsführerin
Hessen, 26. Februar, Frankfurt a.M., Kassel, Gießen, Jochen Nagel, GEW-Vorsitzender Hessen in Gießen, Karola Stötzel, stellvertretende Vors. der GEW Hessen, in Frankfurt
Mecklenburg-Vorpommern, 26. Februar, Schwerin, Norbert Hocke, GEW-Vorstandsmitgliedv Nordrhein-Westfalen, 27. Februar, Düsseldorf , Andreas Meyer-Lauber, GEW-Vorsitzender NRW
Rheinland-Pfalz, 26. Februar Mainz, Ulrich Thöne, GEW-Vorsitzender Saarland, 27. Februar, Saarbrücken, Thöne, s.o.
Sachsen, 27. Februar, Dresden, Schaad, s.o.
Sachsen-Anhalt, 26. Februar, Magdeburg, Thomas Lippmann, GEW-Vorsitzender Sachsen-Anhalt
Thüringen, 26. Februar, Erfurt, Andreas Keller, GEW-Vorstandsmitglied

Die vierte Verhandlungsrunde zwischen ver.di, Gewerkschaft der Polizei (GdP), GEW sowie der dbb Tarifunion und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) findet am 28. Februar/1. März in Potsdam statt.

In der dritten Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber eine Erhöhung der Gehälter ab dem 1. Juli 2009 um 4,2 Prozent bei einer zweijährigen Laufzeit des Vertrags (1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2010) angeboten. 2010 sollte es keine weitere Erhöhung der Einkommen geben. In den ersten beiden Runden hatte die TdL kein Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaften hatten bei einer einjährigen Vertragslaufzeit acht Prozent, mindestens jedoch 200 Euro mehr Gehalt verlangt.

Über die laufenden Arbeitskampfmaßnahmen der GEW berichten wir aktuell unter www.gew-tarifrunde.de sowie auf den jeweiligen Internetseiten der GEW-Landesverbände (schnell zu erreichen über die interaktive Landkarte auf www.gew.de). In unserem Tarif-Portal finden Sie auch alle weiteren (Hintergrund-)Infos.

Für aktuelle und Hintergrundinformationen - auch während der vierten Verhandlungsrunde - erreichen Sie den GEW-Vorsitzenden Ulrich Thöne unter 0151/15134650, GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad unter 0151/15134646 und Pressesprecher Ulf Rödde unter 069/78973-114 oder 0160/90557232.


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