GEW für "Quote plus" bei Frauenförderung
Die GEW macht sich zum 100. Internationalen Frauentag für die Frauenquote sowie ein Bündel von Begleitmaßnahmen stark.
08.03.2011 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft"Die 'Frauenquote plus' ist ein unverzichtbares Instrument, damit mehr Frauen auch in mittlere Führungspositionen kommen. Noch nie waren in einer Generation so viele Frauen so gut qualifiziert wie heute. Trotz ihrer Leistungsfähigkeit sind sie jedoch in Leitungsfunktionen deutlich unterrepräsentiert", sagte Anne Jenter, für Frauenpolitik verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied, am Dienstag in Frankfurt am Main. "Das marktwirtschaftlich motivierte Konzept zur Frauenförderung von Familienministerin Kristina Schröder (CDU), mit dem sie auf Transparenz, Wettbewerb und öffentlichen Druck setzt, ist Gedöns. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt mit Quotengegnerin Schröder schon wieder auf das falsche Pferd."
Der frühere Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) tauge nicht für ein ernsthaft gemeintes modernes Leitbild für Männer, wenn er die Plagiate in seiner Doktorarbeit mit der Ausflucht, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren, entschuldigt und damit zigtausende Frauen verhöhnt. Genauso wenig sei Ministerin Schröder auf europäischer oder internationaler Ebene mit ihrem Geschwätz von der "staatlichen Einheitsquote" vorzeigbar. Bei der angekündigten Männerquote im Erzieherberuf in Kitas lege sich Schröder dagegen sehr ins Zeug. Eine Männerquote im Erzieherberuf könne durchaus richtig sein, sagte Jenter: "Bemerkenswert ist, dass die Kanzlerin bei einer Männerquote kein Veto einlegt."
Der Widerstand von Merkel und Schröder gegen eine Frauenquote in Aufsichtsräten nehme absurde Züge an. "Appelle an die Wirtschaft helfen nicht weiter, um vielen qualifizierten Frauen zu Positionen zu verhelfen, die ihren Fähigkeiten entsprechen", betonte das GEW-Vorstandsmitglied.
"Eine Frauenquote für Führungsetagen wie Aufsichtsräte ist notwendig, reicht aber bei Weitem nicht aus. Ergänzt müssen Quotenregelungen mit Mentoringprogrammen, gezielter Potenzialentwicklung, Coaching und integrierten Vereinbarkeitsmöglichkeiten in den Alltag der Unternehmens- und Organisationskultur. Nur so kommt die große Gruppe der Frauen auf dem Weg in untere und mittlere Führungspositionen voran", betonte Jenter. Anreize, an der traditionellen Arbeitsteilung - Mann Haupternährer, Frau bestenfalls Zuverdienerin - festzuhalten, z.B. im Sozial- und Steuersystem mit den nicht sozialversicherungspflichtigen 400-Euro-Jobs und dem Ehegattensplitting, schaden der Gleichberechtigung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt.
Untersuchungen der "Gläserne Decken-Kommission" in den USA zeigten, warum und dass Minderheiten und Frauen nicht in Führungspositionen ankommen - trotz entsprechender Fähigkeiten. Quoten seien ein Mittel, das die Entscheider zwingt, die Leistungsfähigkeit von Frauen zu prüfen. Die Quote markiere eine Absichtserklärung der Führung eines Unternehmens oder einer Organisation und mache so die Zielsetzung überprüfbar.
Keine Kommentare vorhanden