1. Mai

GEW-Landesvorsitzender kündigt Streiks von Lehrkräften an

Am 3. Juni werden in Schleswig-Holstein erstmals verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer streiken. Das kündigte der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn auf der Maikundgebung des DGB am 1.5.10 in Kiel an. 81 Prozent der befragten GEW-Mitglieder haben sich für einen Streik ausgesprochen.

01.05.2010 Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

"Uns reicht 's! Wir lassen uns nicht mehr Arbeitszeitverlängerung auf Arbeitsverlängerung diktieren. Die ständige Verschlechterung der Bedingungen für Lehrerinnen und Lehrer muss endlich ein Ende haben", sagte Matthias Heidn. Die Politik der schwarz-gelben Landesregierung lasse den Lehrkräften keine andere Wahl, als zu dieser "Notwehrmaßnahme" zu greifen. Das sei auch im Interesse der Kinder und Jugendlichen, deren Ausbildung unter überlasteten Lehrkräften zu leiden hätte. Heidn forderte Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug auf, die geplanten Arbeitszeitverlängerungen zurück zu nehmen.

In seiner Mairede hatte der GEW-Landesvorsitzende zuvor die zunehmende soziale Spaltung in unserer Gesellschaft kritisiert. "Gute Bildung ist ein entscheidendes Instrument um diese Spaltung zu vermindern. Deshalb brauchen wir dringend ein sozialeres und besser finanziertes Bildungssystem, und zwar von der Kindertagesstätte über die Schule und Hochschule bis zu den Weiterbildungseinrichtungen", so Matthias Heidn. "Doch was passiert in Schleswig-Holstein? Der schwarz-gelbe Bildungsminister stiftet an den Gymnasien mit seinem Konfusionsmodell ((G-8, G-9, G-Y) Verwirrung. An den Gemeinschaftsschulen und Regionalschulen will es das längere gemeinsame Lernen zurückdrängen. Lehrerstellen sollen in großem Umfang gestrichen werden. Aus der Universität Flensburg will die Landesregierung wieder eine Pädagogische Hochschule machen."

Schon seit Jahren litten die Kindertagesstätten unter starker Unterfinanzierung, sagte Matthias Heidn. "Hier beginnen die Lernprozesse der Kinder. Doch in viel zu großen Gruppen mit schlecht bezahlten Erzieherinnen kann das nicht gut klappen. Bund und Land müssen hier endlich mehr Geld locker machen", betonte der GEW-Landesvorsitzende. Er verwies auf die Gründung des Bündnisses "Unsere Kinder –Unsere Zukunft", mit dem GEW, verdi, Eltern, der Verband evangelischer Kindertageseinrichtungen (VEK) und die Wohlfahrtsverbände versuchen, dem Land eine auskömmliche Finanzierung für die Kindertagesstätten abzutrotzen. Gleichzeitig soll die Streichung des beitragsfreien Kitajahres verhindert werden.

Dauerhaft müssten nach Auffassung von Matthias Heidn die öffentlichen Bildungsausgaben real erhöht werden. Mit einer umfassenden Steuerreform, die Reiche, Superreiche, Unternehmen und Banken ihrer ökonomischen Leistungsfähigkeit entsprechend einbezögen, seien diese Investitionen auch zu finanzieren, betonte der Gewerkschafter.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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