Baden-Württemberg:

Junge Akademikerinnen auf dem Vormarsch

Nach Angaben des Mikrozensus, der größten amtlichen Haushaltsbefragung in Deutschland, zeigt sich bei einem Vergleich der erreichten Bildungsabschlüsse der Baden-Württemberger im Alter von 30 bis unter 35 Jahren nach Geschlecht zwar weiterhin ein Vorsprung der Männer hinsichtlich des erreichten Bildungsniveaus. Die Frauen haben jedoch sowohl bei den schulischen als auch bei den beruflichen Bildungsabschlüssen seit Beginn der 1990er Jahre spürbar aufgeholt.

07.09.2013 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Fast ein Viertel aller Frauen mit akademischem Abschluss

Im Jahr 1991 hatten nach Feststellung des Statistischen Landesamtes 41,5 Prozent der Frauen als höchsten schulischen Abschluss den Haupt- bzw. Volksschulabschluss erreicht, im Jahr 2012 fiel dieser Anteil mit 19,8 Prozent hingegen deutlich geringer aus. Während 1991 rund 19 Prozent der Frauen von 30 bis unter 35 Jahren die Fachhochschulreife bzw. das Abitur gemacht hatten, waren dies 2012 mehr als doppelt so viele. 42,1 Prozent der jungen Frauen haben sich mit dem Abitur die Voraussetzung für eine akademische Ausbildung erarbeitet. Auch bei den 30 bis unter 35-jährigen Männern ist der Anteil der Haupt- bzw. Volksschulabschlüsse in den vergangenen 20 Jahren deutlich zurückgegangen. 45,1 Prozent der Männer hatten im Jahr 1991 als höchsten schulischen Abschluss einen Hauptschulabschluss vorzuweisen, 2012 waren dies mit einem Anteil von 27,5 Prozent deutlich weniger. Der Anteil der Männer mit Abitur hat von 26 Prozent Anfang der 1990er Jahre auf 43,5 Prozent im Jahr 2012 deutlich zugenommen. Seit 1991 hat sich der Anteil der Frauen, die einen Fachhochschul- bzw. Universitätsabschluss erlangt haben, mehr als verdoppelt: Während sich im Jahr 1991 11,8 Prozent der Frauen im Alter von 30 bis unter 35 Jahren einen akademischen Abschluss erarbeitet haben, war es 2012 immerhin fast ein Viertel aller Frauen (24,5 Prozent). Der Anteil der jungen Frauen ohne beruflichen bzw. Hochschulabschluss hat sich seit 1991 von 20,8 Prozent auf 16,3 Prozent im Jahr 2012 merklich reduziert.

Auch bei den Männern ist der Anteil der Hochschulabsolventen seit Anfang der 1990er Jahre gestiegen. Im Jahr 1991 gaben 19,3 Prozent der jungen Männer an, einen Abschluss an einer Fachhochschule oder Universität erworben zu haben, im Jahr 2012 lag der Anteil der männlichen Hochschulabsolventen bei 25,5 Prozent. Der Anteil der Männer ohne beruflichen bzw. Hochschulabschluss ist im Gegensatz zur Entwicklung bei den Frauen seit den 1990er Jahren leicht gestiegen. Im Jahr 1991 hatten 12,7 Prozent der Männer keinen beruflichen Abschluss in der Tasche, im Jahr 2012 waren es 15,6 Prozent.

Rund 31 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund haben keinen beruflichen Bildungsabschluss

Die schulische Qualifikationsstruktur von jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterscheidet sich deutlich. Eine detaillierte Betrachtung der schulischen Bildungsabschlüsse der 30- bis unter 35-jährigen Baden-Württemberger zeigt, dass Personen mit Migrationshintergrund tendenziell ein niedrigeres Bildungsniveau erreichen. So gaben im Jahr 2012 35,5 Prozent der jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund an, als höchsten schulischen Bildungsabschluss den Hauptschulabschluss erreicht zu haben. Bei den jungen Baden-Württembergern ohne Migrationshintergrund hatten 17,6 Prozent und somit deutlich weniger junge Menschen einen Abschluss an der Hauptschule. 26 Prozent der jungen Migranten hatten einen Realschulabschluss gemacht, 31,9 Prozent hatten die schulische Laufbahn mit der Fachhochschulreife bzw. dem Abitur abgeschlossen. Bei den jungen Menschen ohne Migrationshintergrund hatten 33,1 Prozent ihren Abschluss an der Realschule gemacht, fast die Hälfte der 30- bis unter 35-Jährigen (48,3 Prozent) hat sich mit der Fachhochschulreife bzw. dem Abitur die Möglichkeiten für eine Hochschulausbildung erarbeitet. Während immerhin 6,6 Prozent der jungen Migranten keinen allgemeinen Schulabschluss vorweisen konnten, lag dieser Anteil bei den jungen Erwachsenen ohne Migrationshintergrund deutlich darunter.

44,5 Prozent der Migranten hatten als höchsten beruflichen Bildungsabschluss erfolgreich eine Lehrausbildung abgeschlossen (Personen ohne Migrationshintergrund: 49,1 Prozent). Rund 6 Prozent absolvierten erfolgreich eine Meister- bzw. Technikerausbildung (Personen ohne Migrationshintergrund: 14,3 Prozent), 18,2 Prozent der Migranten hatten im vergangenen Jahr einen Abschluss an einer Fachhochschule oder Universität gemacht (Personen ohne Migrationshintergrund: 28,5 Prozent). Fast ein Drittel der jungen Migranten im Alter von 30 bis unter 35 Jahren hatte keinen beruflichen bzw. Hochschulabschluss vorzuweisen (31,2 Prozent). Bei den jungen Erwachsenen ohne Migrationshintergrund waren dies nur 8,1 Prozent.


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