Nordrhein-Westfalen

Keine Landesmittel für CARE in Münster

Der Antrag auf institutionelle Förderung der CARE gGmbH erfüllt nicht die rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine Finanzie­rung aus Landesmitteln. Dies wurde den Antragsstellern bei einem Ge­spräch im Wissenschaftsministerium mitgeteilt.

16.10.2013 Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

"Die Ablehnung des An­trags war keine einfache Entscheidung. Da perspektivisch jedoch nicht von einer wirtschaftlichen Tragfähigkeit der Einrichtung ausgegangen werden kann, muss der verantwortungsvolle Umgang mit Steuergeldern an erster Stelle stehen", sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. "Für eine staatliche Finanzierung müssen alle förderrechtlichen Voraus­setzungen erfüllt sein – nicht nur bei Projekten dieser Größenordnung." Für eine Anschubfinanzierung waren bereits Mittel in Höhe von 15,75 Millionen Euro im Haushalt des Landes eingeplant worden.

Eine vom Ministerium beauftragte unabhängige Wirtschaftsprüfungs­kanzlei hat sich eindeutig gegen eine Bewilligung des Antrags ausge­sprochen. Die zentralen Kritikpunkte des nicht-öffentlichen Gutachtens im Einzelnen: Der Antrag lässt Finanzierungsrisiken, Risiken der Wirkstoffentwick­lung sowie Entwicklungs- und Vermarktungsrisiken bei den Zelllinien unberücksichtigt. Die CARE gGmbH kann wirtschaftlich selbst bei optimistischen Pla­nungsannahmen kaum am Wertschöpfungspotenzial der Stamm­zelltechnologie partizipieren. Eine finanzielle Tragfähigkeit ist nach Auslaufen der institutionellen Förderung nicht gegeben. Bei Eintreten der Planzahlen müsste die CARE gGmbH 2023 Insolvenz anmelden.

Der Antragssteller, die CARE gGmbH hatte einen Antrag auf institutio­nelle Förderung für die Gründung einer Einrichtung zur an­wendungsori­entierten Forschung auf dem Gebiet der Stammzelltechno­logie und den Transfer der Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte vorgelegt. Ziel war eine Anschubförderung bis 2016 mit der Option einer Landesfi­nanzierung bis 2022. Schulze unterstrich das internationale Renommee der Münsteraner Stammzellforschung. Das dortige Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin ist ein zentraler Partner im nordrhein-westfälischen Netzwerk für Stammzellforschung. Unter Hinweis auf den Koalitionsvertrag sagte Schulze: "Die Landesregierung hat sich klar zu CARE bekannt und die Antragssteller nach Kräften unterstützt. Selbstverständlich werden wir die Stammzellforschung in Münster und Nordrhein-Westfalen im Rahmen unserer förderrechtlichen Möglichkeiten auch weiter fördern."

In den letzten zehn Jahren hat das Land über 25 Millionen Euro in die Stammzellforschung und den Aufbau des Kompetenznetzwerks Stamm­zellforschung investiert.

Das "Center for Advanced Regenerative Engineering", kurz CARE, baut fachlich auf den wissenschaftlichen Grundlagen des Max-Planck-Insti­tuts für molekulare Biomedizin in Münster auf. Die ersten Ideen hierzu und Vorstöße zur Finanzierung des Vorhabens Richtung Landesregier­ung erfolgten bereits Ende 2007. Im Landtagswahlkampf 2010 hatten der ehemalige Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und die damalige Bundesministerin Annette Schavan für die Realisierung von CARE insge­samt 80 Millionen Euro versprochen, wovon 60 Millionen Euro vom Land Nordrhein-Westfalen kommen sollten. Die Zusage der Landesmittel er­folgte ohne Absicherung im Haushalt.


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