"Kulturwirtschaft" - Thema des Fünften Kamingesprächs der Kultusministerkonferenz

Was ist Kulturwirtschaft, was vermag Kulturwirtschaft und wer ist dabei wofür zuständig? Um diese Thematik ging es bei dem Fünften Kamingespräch der Kultusministerkonferenz, zu dem deren Vizepräsident und Sprecher für den Bereich Kultur, Mecklenburg-Vorpommerns zuständiger Minister Henry Tesch, und die ehemalige Vizepräsidentin und Sprecherin, Brandenburgs Ministerin Johanna Wanka, rund 30 Akteure der Kulturwirtschaft nach Berlin eingeladen hatte.

22.11.2007 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern

Da es oftmals Kompetenzunklarheiten zwischen Kulturwirtschaft und Kulturpolitik gebe, sahen die Initiatoren dieser Veranstaltung eine Sondierung der Situation und der weiteren Vorgehensweise für angebracht.

Dabei wurde festgehalten, dass zur Kulturwirtschaft alle jene Betriebe und selbständigen Unternehmer zählen, die an der Vorbereitung, Schaffung, Erhaltung und Sicherung künstlerischer Produkte sowie an der Vermittlung und medialen Verbreitung kultureller Leistungen beteiligt sind oder dafür Produkte herstellen und veräußern. Diese Querschnittsbranche umfasst z.B. den gesamten Literatur-, Buch- und Pressemarkt, den Kunstmarkt, die Film-, TV- und Videowirtschaft, das Kulturelle Erbe, die Musikwirtschaft und die Darstellende Kunst.

Minister Tesch wies in der Diskussion darauf hin, dass es in der Kulturwirtschaft darum ginge, mit künstlerischen Werken wirtschaftliche Werte zu entwickeln.

"Dabei kommt der Kulturpolitik vor allem die Moderatorenrolle zu. Sie muss sensibilisieren für eine sehr heterogene Szene. Und sie muss sich auch darum kümmern, dass die Akteure der Kulturwirtschaft auch als Kulturschaffende wahrgenommen werden. Ziel sollte sein, kulturpolitische Ziele im Feld der Ökonomie durchzusetzen."

Angesichts des Booms der Branche ergänzte Ministerin Wanka: "Es ist erfreulich, dass das Thema vor allem in der Wirtschaft und bei der dafür zuständigen Politik angekommen zu sein scheint. Andererseits ist bundesweit noch ein gewisser Aktionismus zu beobachten, dem Thema aus der jeweiligen Zuständigkeit der Ressorts beizukommen. Bei aller Sympathie für diesen Tatendrang muss die Kulturwirtschaft doch als das definiert werden, was sie ist - ein Aufgabenfeld der Wirtschaftspolitik."

Zusammenfassend wurde festgestellt, dass sich die Kulturpolitik in diesem Prozess verstärkt ihrer Mentoren- und Moderatorenrolle bewusst werden muss. Und das nicht nur zwischen öffentlich geförderter und privater Kultur, nicht nur zwischen der Kultur und der Wirtschaft, sondern ebenso zwischen der Kultur und fast allen anderen gesellschaftlichen Bereichen.


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