Bayern

Kultusminister Spaenle stellt weitere Maßnahmen im Jahr 2012 zur flexiblen Gestaltung von Bildungswegen für junge Menschen vor

"Wir garantieren jedem Schüler und jeder Schülerin einen Weg zu jedem Bildungsabschluss überall in Bayern - bis hin zum Erreichen der Hochschulreife." Mit diesen Worten beschreibt der bayerische Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle die in der jüngsten Vergangenheit deutlich erweiterten und stärker miteinander verknüpften Angebote im bayerischen Bildungssystem.

30.12.2011 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Diesen Ansatz möchte die bayerische Staatsregierung intensiv stärken. Die Mittel hierzu sollen vorbehaltlich der Entscheidung des Bayerischen Landtags im Rahmen von "Aufbruch Bayern" im Nachtragshaushalt bereit gestellt werden. "Durch die enge Zusammenarbeit der Schulen - wie zum Beispiel bei den Kooperationsmodellen - werden die Übergänge von einer allgemeinbildenden Schulart zur anderen von den Profis selbst, unseren Lehrkräften, organisiert. Im Mittelpunkt steht dabei immer das Kind mit seinen individuellen Begabungen und Talenten", betont der Minister. Die Bildungsgänge der allgemeinbildenden Schulen werden mit denen der beruflichen Schulen stärker verknüpft.

Erster konkreter Umsetzungskatalog für das Jahr 2012:

  • Die Kooperation von Mittel- und Realschulen wird mit Hilfe zusätzlicher Lehrerstellen zum neuen Schuljahr von rund 20 auf 45 ausgeweitet und kann somit in die Fläche gehen.
  • Ebenso die Kooperation von Mittel- und Wirtschaftsschulen: Die Kooperationen ermöglichen eine verstärkte Unterstützung der jungen Menschen auf ihrem individuellen Weg.
  • Ein Schwerpunkt liegt auf den sogenannten "9+2-Modellen". Sie ermöglichen Schülerinnen und Schülern, die keinen M-Zug an der Mittel-/Hauptschule besuchen, aber dennoch das Potenzial für einen mittleren Schulabschluss haben, im Anschluss an die Jahrgangsstufe 9 nach zwei Schuljahren den mittleren Schulabschluss zu erwerben. Bei einer Kooperation von Mittel-/Hauptschule und Realschule ist es das Ziel, dass diese Schülerinnen und Schüler den Realschulabschluss erwerben können.
  • Flächendeckend werden Einführungsklassen an den Gymnasien eingerichtet, d.h. in allen 96 Landkreisen und kreisfreien Städten. In diesen können sich Schülerinnen und Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss, also etwa nach dem Besuch der Realschule, sehr gut auf den Besuch des Gymnasiums vorbereiten. Derzeit bestehen 56 Einführungsklassen an 44 Gymnasien an insgesamt 36 Standorten.
  • Der Freistaat Bayern richtet flächendeckend Vorklassen an Fachoberschulen ein. Mit diesen können sich Schülerinnen und Schüler, die die Mittelschule bzw. die Wirtschaftsschule mit einem mittleren Bildungsabschluss absolviert haben, gezielt auf den Besuch der Fachoberschulen vorbereiten.

Ab dem kommenden Schuljahr 2012/13 kann an folgenden staatlichen Fachoberschulen jeweils eine Vorklasse mit Vollzeitunterricht eingerichtet werden:

Oberfranken: Bamberg, Bayreuth, Coburg, Hof
Mittelfranken: Ansbach, Erlangen, Fürth, Nürnberg (Staatl. FOS)
Unterfranken: Aschaffenburg, Kitzingen (bereits ab 2011/12), Schweinfurt
Oberpfalz: Amberg, Regensburg (Staatl. FOS), Weiden
Niederbayern: Landshut, Passau, Straubing
Oberbayern: Altötting (bereits ab 2011/12), Bad Tölz, Freising, Ingolstadt, Landsberg, München (Staatl. FOS für Technik (bereits ab 2011/12)und Staatl. FOS für Wirtschaft), Rosenheim, Traunstein, Weilheim
Schwaben: Augsburg, Donauwörth, Kempten, Lindau, Memmingen, Neu-Ulm

Kultusminister Dr. Spaenle: "Das Gymnasium als klassischer und durchgängiger Weg zur Hochschulreife wird künftig immer mehr ergänzt um einen zweiten gleichwertigen Weg zur Hochschulreife - den über die Fach- und Berufsoberschule unter dem Dach der Beruflichen Oberschule." 43 Prozent der Hochschulzugangsberechtigungen werden mittlerweile über den beruflichen Weg erreicht, der Großteil dabei über die Fach- und die Berufsoberschule.


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