Kultusministerium und Betriebskrankenkassen in Bayern starten Initiative zur Prävention von Essstörungen

Die Betriebskrankenkassen in Bayern und das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus haben heute im Ingolstädter Apian-Gymnasium den Startschuss für eine Initiative zur Prävention von Essstörungen gegeben. Von Essstörungen betroffen sind vorwiegend Mädchen und junge Frauen. Einer Studie des Robert-Koch-Institutes zufolge zeigt inzwischen jedes dritte Mädchen im Alter von 11 bis 17 Jahren Ansätze zu einer Essstörung. Bei Jungen der gleichen Altersgruppe zeigen sich bei 15 Prozent die Symptome. Nach aktuellen BKK-Versichertendaten haben sich bei 1,3 Prozent der weiblichen 15-29-Jährigen schwerwiegende und schwer behandelbare Essstörungen als Krankheitsbild manifestiert. Die deutsche Hauptstelle für Suchtfragen schätzt die Krankheitshäufigkeit bei Ess- und Brechsucht sogar auf zwei bis vier Prozent. Essstörungen gehören damit in den westlichen Gesellschaften zu den häufigsten psychosomatischen Erkrankungen unter Jugendlichen und jungen Frauen.

12.10.2009 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Schirmherr der Initiative bauchgefühl, Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber erklärte: "Gesundheit und Schule gehören zusammen. Es ist wichtig, sich in seinem Körper wohl zu fühlen, um sich anzunehmen und das eigene Leben positiv zu gestalten. Ein gutes Gefühl für den eigenen Körper ist leider nicht für alle Jugendlichen eine Selbstverständlichkeit.

Aufklärung, Prävention und Beratung - die Ziele der Initiative der Betriebskrankenkassen - sind wichtige Schritte, dieses Ziel zu erreichen." "Ziel der BKK-Initiative bauchgefühl ist es, Jugendliche zu informieren, zu sensibilisieren und zu beraten. Wir wollen das Netzwerk Schule nutzen, um das Tabuthema Essstörungen zum gesellschaftlichen Thema und damit zum Unterrichtsstoff zu machen. Mit einem Schulpaket unterstützen wir Lehrerinnen und Lehrer, das Thema Essstörungen eigenständig im Unterricht aufzugreifen. Zahlreiche weitere vorwiegend webbasierte Bausteine rund um das Problem Essstörungen sollen die Basis schaffen für eine offene Diskussion von Schülern, Eltern und Lehrern", erklärte Werner Rychel, Vorstand des BKK Landesverbandes Bayern.

Die Internetseite www.bkk-bauchgefuehl.de ist das zentrale und umrahmende Modul der Initiative. Hier können sich Jugendliche beispielsweise mittels Podcasts und Interviews informieren, im Online-Forum untereinander austauschen und auch anonym beraten lassen. Das modular aufgebaute Unterrichtsprogramm bauchgefühl ist für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen sechs bis neun konzipiert. In Bayern haben alle weiterführenden Schulen die Möglichkeit, an einer staatlich anerkannten Fortbildung zum Unterrichtsprogramm bauchgefühl kostenlos teilzunehmen. Organisiert und getragen wird das Projekt vom bayerischen Kultusministerium und den Betriebskrankenkassen in Bayern.

Hintergrund:

Essstörungen gehören in der westlichen Gesellschaft zu den am meisten verbreiteten psychosomatischen Erkrankungen unter Jugendlichen und jungen Frauen. Verstanden werden unter diesem Begriff mehrere unterschiedliche Krankheitsbilder. Zu den bekanntesten zählen die Magersucht (Anorexia nervosa), die Ess- und Brechsucht (Bulimia nervosa), die Binge-Eating-Störung (Essattacken ohne gewichtsregulierende Gegensteuerung) und die Fettsucht (Adipositas), wobei Mischformen häufig sind und die Übergänge fließend. Allen Krankheitsbildern gemeinsam ist jedoch, dass sie sich durch ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper äußern.

Weitere Informationen unter: www.bkk-bauchgefuehl.de
Kinder- und Jugendstudie des Robert-Koch-Instituts


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