Kunstministerium stellt Konzeption für Große Landesausstellungen bis 2012 vor

Mit historischen und kunstgeschichtlichen Schwerpunkten setzen die staatlichen Museen in Baden-Württemberg die Reihe der Großen Landesausstellungen in den kommenden Jahren fort. Der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Dietrich Birk, präsentierte heute vor Medienvertretern in Stuttgart eine Konzeption für die Jahre 2008 bis 2012, die insgesamt 16 Ausstellungen an verschiedenen Orten vorsieht. Der Ministerrat hatte die Planungen am vergangenen Dienstag gebilligt.

18.06.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Staatsekretär Dr. Birk: "Die Großen Landesausstellungen sind kulturelle Highlights für ein großes Publikum. Sie bilden ideale Schaufenster für die Leistungsfähigkeit der staatlichen Museen und verdienen die besondere Unterstützung durch das Land. Ich freue mich auf ein ansprechendes und zugleich anspruchsvolles Programm in den kommenden Jahren, mit dem wir die dreißigjährige Erfolgsgeschichte der großen Landesausstellungen fortschreiben."

Im Bereich der Kunst und Kunstgeschichte werden die Staatsgalerie Stuttgart Portraits von Henri Matisse und "das Geheimnis der Farbe" im Schaffen von William Turner präsentieren, die Kunsthalle Karlsruhe Werke von Fernand Léger und die Kunsthalle Baden-Baden eine Retrospektive zu Jeff Koons. "Mit diesen großen künstlerischen Ereignissen können die Museen an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen", sagte Birk.

Die Integration der Vertriebenen in Baden-Württemberg nach 1945 bildet das Thema einer für 2009 vorgesehenen Ausstellung im Stuttgarter Haus der Geschichte. "Die Integration der Vertriebenen gehört zu den prägenden Kapiteln der Landesgeschichte nach dem Krieg", sagte Staatssekretär Dr. Birk. Als weitere Ausstellungen mit Landesbezug treten mit "900 Jahre Baden" in Karlsruhe und "60 Jahre Baden-Württemberg" in Südbaden im Jahr 2012 zwei Jubiläumsausstellungen hinzu. Eine Ausstellung zur Musikkultur in Baden-Württemberg findet als Koproduktion der beiden Landesmuseen in Karlsruhe und Stuttgart statt.

Historische und kulturhistorische Ausstellungen führen zu den untergegangenen Welten der altsyrischen Könige (Landesmuseum Württemberg, Stuttgart), der Vandalen und Westgoten (Badisches Landesmuseum Karlsruhe) und der Kelten (Archäologisches Landesmuseum und Landesmuseum Württemberg, Stuttgart). Das Ausstellungsspektrum wird komplettiert mit Beiträgen zur Industrialisierung der Ernährung (Landesmuseum für Technik und Arbeit, Mannheim), zur Ethnologie (Lindenmuseum Stuttgart) und zu "Fussballgeschichten", die 2008 in Bregenz und 2010 im Kunstgebäude in Stuttgart erzählt, gezeigt und erlebt werden. Schon länger beschlossen ist eine Ausstellung zur Eiszeitkultur und -kunst des Archäologischen Landesmuseums in Stuttgart.

Der Staatssekretär erinnerte daran, dass die Reihe der Großen Landesausstellungen im Jahr 1977 anlässlich des 25-jährigen Landesjubiläums mit der überaus erfolgreichen Staufer-Ausstellung ihren Anfang nahm. "Damit begann eine Erfolgsgeschichte, die jetzt schon 30 Jahre währt und auch in den kommenden Jahren weiter geht", sagte Birk. Der Staatssekretär erinnerte an zahlreiche Highlights, die dazu beigetragen hätten, dass die Großen Landesausstellungen - und auch die staatlichen Museen - weit über die Landesgrenzen hinaus eine exzellenten Reputation genießen. Birk erwähnte beispielhaft die Ausstellungen mit Werken von Monet (2006 Stuttgart) und Delacroix (2003 Karlsruhe) sowie zu Troja (2001 Stuttgart) und zum Barock (1981 Karlsruhe).

Die staatlichen Museen können unter dem Label "Große Landesausstellung" ihre reichhaltigen und hochwertigen Bestände präsentieren. Das Land fördert die Landesausstellungen mit gesonderten Zuschüssen. Im Haushalt für die Jahre 2007 und 2008 stehen dafür jeweils über 3,5 Mio. Euro bereit. Aufgrund der hohen Attraktivität der Ausstellungen werden zusätzliche Einnahmen aus Eintritten und Sponsorenmitteln erwartet.


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